Aktuelles

Atommüll-Lager Jülich: Wer lügt hier?

Diskussion um Jülicher Atomkugeln wird immer grotesker – Initiativen bitten NBG-Vorsitzenden Töpfer um Klärung
Neben einem möglichen Transport nach Ahaus oder gar in die USA wird bekanntlich auch die Option eines Lagerneubaus in Jülich selbst verfolgt. Das Forschungszentrum Jülich (FZJ) hat daran aber kein Interesse und unternimmt alles, um diese Option ad absurdum zu führen. So wurde im Februar auf einer Sitzung des Nationalen Begleitgremiums (NBG) in Jülich durch den Sprecher der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) mitgeteilt, dass das entsprechende Grundstück im November 2018 vom FZJ wieder zurückgezogen worden sei. Und nun der Clou: In einer Antwort auf eine „Kleine Anfrage“ des Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen) behauptet die Bundesregierung nun,dass es eine solche Rücknahme nicht gebe bzw. ihr davon nichts bekannt sei. Und das, obwohl das FZJ weitgehend von der Bundesregierung finanziert und über den Aufsichtsrat gesteuert wird!

zur kompletten Meldung


Atomenergie – der Treibstoff für die Bombe

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW warnt in einer neuen Publikation vor der gefährlichen Rolle der zivilen Atomenergie in der atomaren Aufrüstung weltweit. Die Autor*innen beschreiben zum einen die steigende atomare Proliferationsgefahr im Nahen Osten und zum anderen das Risiko eines Einstiegs vormals ziviler Atomunternehmen wie URENCO in das lukrative Atomwaffengeschäft. Nuklear ambitionierte Staaten wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei oder der Iran stehen immer wieder im Verdacht, zivile Atomprogramme nur mit dem Ziel zu verfolgen, sich den Griff auf die Bombe zu ermöglichen. Dieser Verdacht scheint sich im Falle von Saudi-Arabien zu erhärten. zur IPPNW-Information


DIW-Analyse: Atomkraft ist keine Option

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) legt in einer aktuellen Analyse dar, warum Atomkraft keine Option für den Klimaschutz ist. „Zu teuer und gefährlich“ lautet das Fazit. „Atomkraft war niemals auf die kommerzielle Stromerzeugung ausgelegt, sondern auf Atomwaffen. Atomstrom war, ist und bleibt unwirtschaftlich. Darüber hinaus ist Atomkraft mitnichten sauber, sondern aufgrund radioaktiver Strahlung für über eine Millionen Jahre gefährlich für Mensch und Natur.“ Christian von Hirschhausen, Studienautor
zum Bericht


Illegaler Betrieb des Garchinger Atomreaktors – BI Ahaus fordert Stilllegung und Verzicht auf Transporte nach Ahaus!

Forschungsreaktor FRM II in Garching mit „Atomei“ – Foto: wikimedia commons

Der Forschungsreaktor FRM II in Garching bei München wird bereits seit 2011 unrechtmäßig betrieben. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten der Rechtsanwältin Dr. Cornelia Ziehm, das vom BUND Naturschutz in Bayern, der bayerischen Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, den Bürgern gegen den Atomreaktor Garching und dem Umweltinstitut in Auftrag gegeben wurde.

Zur Pressemitteilung der BI Ahaus


Kein atomares Wettrüsten – Urananreicherung sofort beenden – auch in Gronau

Kundgebung
So, 4. Aug. 2019, 13.00 Uhr
Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau, Röntgenstraße 4
Veranstalter: Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen

Aufruf des Aktionsbündnisses:
Die Urananreicherung gilt als der einfachste Weg zur Atombombe. Auch Deutschland kann in der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage in Gronau innerhalb weniger Wochen genug Uran für den Bau einer Atombombe anreichern. Das macht die Bundesrepublik Deutschland entgegen aller Beteuerungen der Bundesregierung zu einer „heimlichen“ Atommacht.

Innerhalb weniger Tage soll Anfang August 2019 zunächst der Mittelstreckenvertrag (INF-Vertrag) zwischen den USA und Russland am 2. August aufgekündigt werden. Dann folgt am 6. August der Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima, kurz danach der auf Nagasaki (9.8.). Zugleich hat die Kündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch US-Präsident Donald Trump auch im Mittleren Osten zu einer gefährlichen militärischen Eskalation geführt – im Mittelpunkt steht dabei ausgerechnet die unbestrittene militärische Nutzbarkeit der Urananreicherung. Anfang Juli hat der Iran seine Urananreicherung über das vereinbarte Limit (3,67% Uran-235) ausgeweitet.

Angesichts dieser alarmierenden Rüstungs- und Atomspirale fordern wir von der Bundesregierung ein klares friedenspolitisches Entspannungssignal. Wir demonstrieren deshalb am Sonntag, 4. August, um 13 Uhr vor der Urananreicherungsanlage in Gronau für die sofortige Stilllegung dieser brandgefährlichen Atomanlage. Es wäre ein weltweit enorm wichtiges politisches Signal, wenn eine große Industriemacht wie die Bundesrepublik freiwillig auf die weitere Nutzung der Urananreicherung verzichtet. Nur durch eigenständiges Abrüsten lässt sich international glaubhaft Abrüstung auch von anderen einfordern. Zudem ist eine Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau im Rahmen des deutschen Atomausstiegs ohnehin zwingend erforderlich, wird aber aus politischen Gründen bislang abgelehnt.

Es wird Zeit, den Atomausstieg umzusetzen und der atomaren Rüstungseskalation Einhalt zu gebieten. Dazu gehört auch, dass die Betreiberin der UAA Gronau, der
deutsch-niederländisch-britische Urenco-Konzern, auf alle Pläne zur militärisch brisanten Höheranreicherung des Uran-235 in den USA verzichten muss. Ähnliche Drohungen des
Iran zeigen, wie gefährlich solche Pläne sind. Natürlich richtet sich unser Protest auch gegen die niederländische UAA der Urenco in Almelo – ca. 30 km westlich von Gronau.

Zudem fordern wir den sofortigen Abzug der Atomsprengköpfe vom Stützpunkt Büchel. Ohne klare Schritte zur Abrüstung wird sich die internationale Situation weiter verschärfen – die Bundesregierung muss endlich Farbe bekennen. Wir wollen weder heimliche noch offene Atommacht sein! Während der Kundgebung in Gronau werden wir den Opfern von Hiroshima und Nagasaki mit einer Schweigeminute gedenken.


Aktionstag „Kohle stoppen! Klima & Dörfer retten!“


Aktionstag von „Alle Dörfer bleiben“, „Fridays for Future“ und verschiedenen Umweltverbänden am Tagebau Garzweiler.

Wir protestieren am Samstag, 22. Juni 2019 gemeinsam mit Tausenden am Tagebau Garzweiler

  • dafür, dass die bedrohten Dörfer und der Hambacher Wald erhalten bleiben.
  • für einen Kohleausstieg, der dem Pariser Klimaabkommen gerecht wird. Dann muss spätestens 2030 Schluss sein mit der Kohle!
  • für ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz, das mit konkreten Maßnahmen sicherstellt, dass Deutschland das 1,5 Grad-Limit einhält.

11 Uhr Demo von Fridays for Future – ab Hochneukirch entlang der Tagebau-Kante zur Kundgebung
11 Uhr Fahrrad-Demo ab Erkelenz zur Kundgebung
13 Uhr Kundgebung und Aktion „Platz nehmen“ zwischen Tagebau und dem bedrohten Dorf Keyenberg
Alle Infos: www.alle-doerfer-bleiben.de

Von Duisburg und Moers wird es jeweils einen Bus nach Hochneukirch geben. Abfahrt: 09:30 Uhr nach Hochneukirch (Duisburg Hbf. / Moers Bhf.), Rückfahrt: 16:30 Uhr (Vorraussichtlich ab Kuckum – geplant: 18:00 – 18:30 Uhr zurück am Duisburger / Moerser Bahnhof).

Verbindliche Anmeldungen bitte per E-Mail an:
info@bund-duisburg de für den Duisburger Bus
bund-moers@bund-wesel.de für den Moerser Bus


Atomkraft? Nicht schon wieder!

Seit einigen Monaten erleben wir, dass die Atom-Fans angesichts der Klima-Debatte Morgenluft wittern. Zwar sind Atomkraftwerke denkbar ungeeignet für den nötigen radikalen Umbau des Energiesystems. Aber das scheint die Pro-Atom-Fraktion nicht zu stören.

In den letzten Tagen und Wochen werden die Stimmen pro Atom aus Politik, Wirtschaft und Medien immer lauter und prominenter.


Wir gratulieren: Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“ erhält den Aachener Friedenspreis 2019

Der Aachener Friedenspreis 2019 geht an die Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“ und den „Initiativkreis gegen Atomwaffen“. Dies gab der Aachener Friedenspreis e. V. am Mittwoch, 8. Mai 2019 bekannt.

Aus Sicht des Aachener Friedenspreis e. V. gehört das Thema Atomwaffen dringender denn je ganz nach oben auf die politische Agenda. Während die Bundesregierung noch 2009 im Koalitionsvertrag bekundete, sich für den Abzug der Atomwaffen einsetzen zu wollen, hat die schwarz-rote Koalition das Thema offenbar ad Acta gelegt. CDU und SPD bekennen sich zwar zum Ziel einer „Welt ohne Kernwaffen“. Bei der Abstimmung über eine UN-Resolution für ein weltweites Atomwaffenverbot stimmte Deutschland jedoch zusammen mit den USA und den meisten NATO-Staaten mit Nein.

Namentlich erhalten die Preise Marion Küpker für die Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“ und Elke Koller für den „Initiativkreis gegen Atomwaffen“. Beide sind Sprecherinnen der Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“. Der „Initiativkreis gegen Atomwaffen“ ist seit vielen Jahren Teil des Trägerkreises der Kampagne. Der Trägerkreis der Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“ besteht aus mittlerweile über 60 Organisationen aus dem Bereich der Friedens- und Umweltbewegung und religiösen Organisationen.

Der Aachener Friedenspreis wird seit 1988 jedes Jahr an Initiativen oder Einzelpersonen verliehen, die sich von unten für Frieden und Dialog zwischen Konfliktparteien einsetzen. Wer den mit jeweils 2.000 Euro dotierten Preis erhält, entscheidet die Mitgliederversammlung des Vereins.


Uranmüll und Urananreicherung werden trotz Atomausstieg weitergeführtDonnerstag, der 14. März war ein Tag, an dem der Atomausstieg in Deutschland ein gutes Stück vorankommen konnte, doch der Bundestag hat mit den Stimmen der GroKo, aber auch von FDP und AfD, zwei Anträge von Grünen und Linken zur Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau und der Brennelementefabrik Lingen sowie zu einem Exportstopp für die Uranbrennstoffe abgelehnt – der Atomausstieg wird weiter blockiert mit ideologischen Argumenten wie „Deutschland darf nicht den letzten Rest an Kompetenz in der Kernkraft verlieren“ etc.

Damit beliefern CDU, CSU und SPD weiter mit voller Kraft all die brisanten AKW wie Tihange, Doel, Cattenom, Fessenheim, Leibstadt, Olkiluoto mit angereichertem Uran und Brennelementen – und erlauben RWE, EON (= Urenco) sowie EDF/Framatome weiter das ganz große Geschäft. Das Votum kam praktisch genau acht Jahre nach Fukushima, die Lernkurve im Bundestag ist extrem flach. Wer glaubt, der Atomausstieg sei auch nur in Deutschland irgendwie schon gelaufen, sollte sich die Bundestagsreden einfach mal anhören …

19. April: Auf zum Ostermarsch zur UAA Gronau

Es bleibt also (leider) dabei, dass der Atomausstieg Handarbeit ist. Nach der gelungenen Demo in Ahaus mit 1400 Leuten und knapp 80 Traktoren geht es für uns nun am Karfreitag, 19. April, mit dem Ostermarsch zur UAA Gronau weiter. Startpunkt ist um 13 Uhr am Bahnhof Gronau, zur Rückfahrt gibt es wieder einen Shuttle-Bus von der UAA zum Bahnhof. Wie neue Recherchen belegen, steigt UAA-Betreiberin Urenco mit Billigung von RWE/EON und Bundesregierung in den USA nun auch in den zivil-militärisch brisanten Bereich der Höheranreicherung auf ca. 20% U 235 ein. Beteiligt wird dabei auch die Urenco-Zentrifugentochter ETC neben dem Forschungszentrum Jülich sein. Damit wird in Zeiten internationaler Atomaufrüstung mit deutscher Beteiligung eine neue Atomspirale eingeläutet mit sehr ungewissem Ausgang. Das ist die „Kompetenz“, die die Bundesregierung gerne bewahren möchte!

Geben wir eine kraftvolle und lautstarke Antwort auf den fortgesetzten Atomkurs der Bundesregierung und von Urenco, RWE und EON – auf nach Gronau !! Für den sofortigen Atomausstieg und für eine vollständige nukleare Abrüstung!

Bitte mobilisiert für den Ostermarsch, da wir nur gemeinsam eine Chance haben, den Druck zum Atomausstieg erfolgreich zu erhöhen. Und lassen wir auch nicht zu, dass am Ende Atom und Kohle gegeneinander ausgespielt werden. Kohle ist kein Ersatz für Tihange und Atom kein Klimaretter!

Hier drei aktuelle Links zur Bundestags-Debatte:

https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/urananreicherung-gronau-bundestag-100.html

https://www.wn.de/Muensterland/3701970-Abstimmung-Bundestag-entscheidet-ueber-Gronauer-Uran-Anreicherungsanlage

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2019/kw11-de-fukushima-595194


Update:  1.400 Menschen demonstrieren in Ahaus: Atommüll-Zwischenlager dürfen keine Endloslager werden!

Die Organisator*innen der Demonstration fordern, geplante Castor-Transporte aus Garching und Jülich nach Ahaus zu stoppen und die Errichtung möglichst sicherer Zwischenlager an den beiden Standorten. Mit der Demonstration erinnerten sie außerdem an die Katastrophe von Fukushima, die vor acht Jahren einmal mehr verdeutlich hat, dass die mit der Nutzung der Atomenergie verbundenen Risiken nicht beherrschbar sind. Neben solidarischen Grüßen an japanische Atomkraftgegner*innen drückten die Demonstrant*innen auch ihre Solidarität mit der russischen Umwelt-Organisation Ecodefense aus, deren Aktivist Vladimier Sliviak auf der Demo über jüngste russische Repressionen berichtete.
An der Demo beteiligten sich auch über 80 Landwirte aus Ahaus und Umgebung mit ihren Traktoren. Bilder und weitere Infos sowie Redebeiträge der Demo findet ihr hier oder hier. (externe Links)

Atommüll-Dauerlager in Ahaus beantragt

Eine bundeseigene Behörde zweifelt offenbar an den Plänen einer bundeseigenen GmbH:
Seit dem 1. August 2017 wird das Zwischenlager Ahaus von der bundeseigenen „Gesellschaft für Zwischenlagerung“ (BGZ) betrieben. Diese plant nun offenbar, den schwach- und mittelradioaktiven Atommüll bis 2057 dort zu belassen. Nach derzeit geltendem Recht muss das Lager 2020 geräumt werden.
Eine Verlängerung der Einlagerungsgenehmigung sei „ganz und gar inakzeptabel“, so Felix Ruwe, Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“. Das Zwischenlager Ahaus bekäme damit eine komplett neue Dimension, sowohl was das eingelagerte Material anbetrifft als auch hinsichtlich der zeitlichen Dimension: Ahaus solle offenbar als „Sammelstelle für jeglichen Atommüll aus Deutschland“ ausgebaut und so immer mehr zu einem „Endlos-Lager“ umgewandelt werden, befürchtet Ruwe. Weder Gebäude noch Atommüll-Behälter seien für solch lange Zeiträume ausgelegt. zum Artikel (externer Link)


Katastrophaler Wasserschaden – Greenpeace-Analyse: Radioaktives Wasser aus Fukushima droht in den Pazifik zu gelangen

Der GAU von Fukushima ist längst nicht im Griff. Was vorbei ist, ist vorbei? Die Binsenweisheit gilt nicht für atomare Unfälle: Auch acht Jahre nach der verheerenden Nuklearkatastrophe von Fukushima ist die Bedrohung, die von dem Kraftwerk ausgeht, ausgesprochen gegenwärtig. Eine neue Analyse von Greenpeace zeigt, dass dem Pazifischen Ozean ein gewaltiger Eintrag radioaktiven Wassers droht – ein gemeinsames Versäumnis der Betreiberfirma Tepco und der japanischen Regierung. zum Artikel (externer Link)


Weltweite Atombilanz mit Rückschlägen

Im Jahr 2018 wurden neun Atomkraftwerke (AKW) neu in Betrieb genommen, drei stillgelegt und fünf AKW-Bauten begonnen. So stieg die weltweite AKW-Kapazität um 8,6 GW (Gigawatt = 1 Million Kilowatt). Da im Jahr 2018 nach ersten Abschätzungen erneut 100 GW Photovoltaik und 50 GW Windkraft zugebaut worden sind, sank erneut der Atomstromanteil an der weltweiten Stromerzeugung. weiterlesen (externer Link)


Ein kleiner Ausblick auf die ersten Termine für 2019:

19. Januar: Demo in Lingen: 40 Jahre Brennelementefabrik sind genug!
Um 13 Uhr startet am Bahnhof die Demo durch die Innenstadt. Anlass sind der 40. Jahrestag der Inbetriebnahme der Brennelementefabrik sowie der gravierende Brand in einem uranhaltigen Verdampfer der Atomanlage im letzten Dezember. Viele Fragen zur Brandursache und den Folgen sind weiter ungeklärt, viele offizielle Äußerungen eher schwammig. Die Brennelementefabrik liegt deshalb noch immer still. Wir wollen, dass dies auch so bleibt – 40 Jahre sind mehr als genug, es reicht! zum Aufruf

9. März: Demo in Ahaus: Zwischenlager-Konzept gescheitert! Castortransporte stoppen! Für Mitte 2019 sind erste Atom-Transporte aus Bayern ins nordrhein-westfälische Ahaus angekündigt. Das dortige Atommüll-Zwischenlager ist jedoch nicht ausreichend gesichert, um hoch angereicherten Atommüll aufzu­­­nehmen, der für den Bau von Atomwaffen missbraucht werden könnte. Zudem läuft die Betriebs­genehmigung für das Zwischenlager schon 2036 aus, lange bevor ein Endlager in Betrieb gehen kann. Die Demo beginnt um 14 Uhr am Bahnhof und führt durch die Innenstadt. Aufruf etc. folgen

19. April, Karfreitag: Ostermarsch in Gronau zur Urananreicherungsanlage
Druck machen für die Stilllegung der sowohl zivil wie militärisch hochbrisanten UAA. Atomare Aufrüstung ist leider wieder topaktuelles Thema, die Uranexporte für Pannenreaktoren laufen noch immer und die Urananreicherung ist dabei eine international bedeutende Schlüssel-Atomanlage. Genaue Daten und der Aufruf folgen


Atommüll zum 1.1.2019 verstaatlicht

Zum 1.1.2019 ist die Verstaatlichung der Zwischenlagerung hochradioaktiven Atommülls wieder einen Schritt weitergegangen. Die Atomkonzerne sind endgültig aus dem Schneider und alle finanziellen und realen Risiken beim Bund bzw. bei den Steuerzahler*innen. Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung mbH (BGZ) ist nun für die Zwischenlagerung des gesamten hochradioaktiven Atommülls in Deutschland verantwortlich. Sie ist dem Bundesumweltministerium zugeordnet. Gegen eine Einmalzahlung samt vermeintlichem Risikozuschlag von in der Summe rund 24 Mrd. Euro wurde den Atomkonzernen der Weg eröffnet, sich von den langfristigen Risiken der Finanzierung der Atommülllagerung zu befreien. Dazu wurde der sogenannte Entsorgungsfonds als öffentlich-rechtliche Einrichtung gegründet. Die Verstaatlichung hat zur Folge, dass alle Bürger*innen / Steuerzahler*innen damit alle Kostenrisiken für die langfristige Zwischenlagerung und irgendwann eine „Endlagerung“ aller radioaktiven Abfälle aus der kommerziellen Nutzung der Atomenergie zu tragen haben.


Archiv Deutsches Atomerbe gegründet

Mehr als 60 Jahre Atomforschung und Atomenergienutzung in Deutschland und fast ebenso lange dauert die gesellschaftliche Auseinandersetzung darum. Die Anti-Atom-Bewegung hat Geschichte geschrieben. Doch wer bewahrt sie auf? Wer macht sie für die nächste Generation zugänglich? Und wer bereitet sie historisch auf? Zu diesem Zweck wurde am 25. Oktober 2018 der Verein „Archiv Deutsches Atomerbe“ in Braunschweig gegründet.

Unter dem Motto „Wir schreiben unsere Geschichte selbst!“ soll verhindert werden, dass wichtige und einzigartige Zeitdokumente unwiderruflich verloren gehen oder in Hände fallen, in denen sie nicht so gut aufgehoben sind. Das Projekt ist ambitioniert. Doch der Verein kann bereits auf einen Bestand von etwa 2.000 Akten und viele andere Medien zurück greifen und der Bestand wächst kontinuierlich an.


Atomschutt-Karte: Standorte von Deponien und Müllverbrennungsanlagen

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat in einer aufwendigen Recherche Informationen über den Verbleib „freigemessener“ radioaktiver Abfälle gesammelt. Eine Liste der Deponien, Recyclinghöfe und Verbrennungsanlagen findest Du hier.
.ausgestrahlt hat auf seiner Website Hintergrundinformationen und eine Karte veröffentlicht. Karte und Liste zeigen aber nur einen Ausschnitt der erfolgten Freigaben von radioaktiven Abfällen. Weder Betreiber noch Atomaufsichtsbehörden sind verpflichtet, Angaben zum Verbleib des strahlenden Materials zu machen und verweigern mitunter Auskünfte. Es ist unklar, wo überall im Land bereits radioaktive Stoffe lagern!


Update: „Genug ist genug – Brennelementefabrik jetzt stilllegen“. Nach Explosion und Brand in Brennelementefabrik Lingen:
13. Dezember  16 Uhr Mahnwache Bahnhof Lingen

Der Elternverein Restrisiko Emsland, der Arbeitskreis Umwelt Schüttorf, das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, der BUND Emsland sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) rufen für den morgigen Donnerstag für 16 Uhr zu einer Protestmahnwache vor dem Bahnhof in Lingen auf. Anlass sind die Explosion und der folgende Brand in der Brennelementefabrik Lingen letzte Woche. Unter dem Motto „Genug ist genug“ fordern sie eine umfassende Aufklärung des gravierenden Störfalls und die endgültige Stilllegung der seit Jahren bundesweit umstrittenen Atomanlage. zum Aufruf

Nach Brand in der Brennelementfabrik Lingen: Schutz der Bevölkerung muss oberste Priorität haben

Über 350 Organisationen fordern die sofortige Stilllegung

(BBU-Pressemitteilung / Bonn, Hannover, Lingen, 07.12.2018) Nach dem Brand in der Brennelementefabrik in Lingen am Donnerstag Abend (6.12.2018) fordert der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) mit großem Nachdruck die sofortige Stilllegung der schon lange umstrittenen emsländischen Atomfabrik. Erst am 6. Dezember hatte der BBU nach den jüngsten Pannen in der Anlage deren Stilllegung gefordert  – kurz danach brach das Feuer aus. zum Beitrag

 

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