Aktueller Stand bei der GNS in Duisburg

Es gab zwar in den letzten Monaten viel Bewegung rund um die Atomkraft – meistens geschah dies aber ziemlich geräuschlos und es war gar nicht so einfach, die konkreten Folgen einzuschätzen. Und wir mussten das eine oder andere für uns selbst einmal in Ruhe bewerten. Jetzt aber gibt es trotz des politischen Desasters in Berlin mit unbekannten Auswirkungen auf Energiewende und Atomausstieg aber etwas mehr Klarheit und vor allem gibt es Erfreuliches zu berichten.

Blick nach Duisburg! Endlich was Erfreuliches!

Der Übergang der Verantwortung für den Atommüll von der Verursachern auf die öffentliche Hand gilt natürlich auch für schwach- und mittelradioaktiven Müll, also den Müll, der im Duisburger Süden verarbeitet wird. Unsere Rückfrage an den Betreiter, die Gesellschaft für Nuklearsvervice (GNS), ob sich dadurch auch etwas an der Lage in Duisburg verändert, wurde mit der Aussage beantwortet: „Nein, das hat keine Auswirkungen für den Standort Duisburg. Wir halten daran fest, die Anlage bis Ende 2019 zu schließen.“ Eine weitere Anfrage nach dem Stand der Dinge durch Ulrich Scharfenort, Piraten-Partei, ergab ebenfalls Erfreuliches. Die GNS teilt mit, dass der Rückzug aus Duisburg wie geplant läuft, dass KEINE ABFÄLLE MEHR ANGENOMMEN werden und dass wesentliche Anlageteile bereits demontiert wurden bzw. werden.

Damit ist die Anlage in ihren Sinkflug eingetreten und wenn keine Abfälle mehr angenommen werden, dürfte sich auch das Transportaufkommen verringern.

Trotzdem bleiben wir wachsam, denn schließlich befindet sich auf dem Gelände noch eine Menge Atommüll und wir werden einen Blick darauf halten, wann und wohin der kommt.

Und wir kommen natürlich nicht umhin, den nach wie vor unverantwortlichen Umgang mit Atommüll – ob hochradioaktiv oder schwach- und mittelaktiv – zu kritisieren und Konzepte einzufordern, die man als verantwortungsbewusst bezeichen kann. Auch wenn in Duisburg in absehbarer Zeit Schluss mit dem Atommüll sein soll, bedeutet das ja, dass andere Standorte umso mehr unter Druck geraten.

Und ein Blick aufs Ganze:

Die Verantwortung für die Entsorgung des Atommülls liegt jetzt nicht mehr bei den Verursachern, sondern jetzt nach den Gesetzesänderungen beim Staat. Die Atomkonzerne haben sich mit der völlig unzureichenden Summe von ca. 24 Mrd. Euro von dieser Verantwortung freigekauft. Wir sagen bereits heute: Da wird der Steuerzahler wieder mächtig drauflegen müssen.

Man will sich staatlicherseits auf eine neue Suche nach einem Endlager machen. Abgesehen davon, dass dies seit 40 Jahren nicht funktioniert und auch zukünftig wenig Aussicht auf Erfolg bietet, beschert uns dies eine Masse an Folgeproblemen: Die Castoren werden auch nicht jünger und sind für max. 40 Jahre ausgelegt. Nun aber heißt es von den größten Optimisten, dass man frühestens in den 60er oder 70er Jahren unseres Jahrhunderts ein Endlager haben wird. Realistisch finden wir auch das nicht. Und die Castoren? Die müssen jetzt statt 40 Jahre mal eben 80 bis 100 Jahre halten? Wie soll das denn gehen?

Und die Hallen, in denen der Müll heute lagert, werden auch nicht jünger. Zudem sind heute neue Bedrohungsszenarien vorstellbar, denen die alten Lager nicht gewachsen sind.

Wie immer fehlt es an schlüssigen Antworten derjenigen, die die Verantwortung tragen (jetzt eben nicht mehr die Verursacher, sondern die Politik in Berlin). Dieser Schlamassel ließe sich noch endlos fortsetzen (Urananreicherung Gronau, Brennelementeproduktion Lingen, bundesweite Urantransporte, marode Zwischenlager, havarierte Asse, Castortransporte nach Neckarwestheim, Forschungszentren, die weiter munter übelsten Atommüll produzieren … )

Wir bleiben am Ball und geben keine Ruhe mehr.

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