Atomland NRW

Der Atomausstieg in Deutschland gilt zwar als beschlossen, aber zum einen werden in Deutschland noch bis mindestens Ende 2022 Atomkraftwerke in Betrieb sein. Zum anderen bleibt Deutschland mit seinem Atomausstieg weit hinter den Möglichkeiten zurück. Die Atom-Technologie ist mit unkalkulierbaren Risiken verbunden und hinterlässt tödliche Abfälle. Während einige wenige ihren Profit daraus schlagen, kommen für die Folgen nicht nur wir, sondern tausende Generationen auf.

Nordrhein-Westfalen spielt im Konzert der Atomindustrie nach wie vor eine zentrale Rolle, obwohl es hier schon lange keine laufenden Atomkraftwerke mehr gibt. Von A wie Anreicherung bis Z wie zerfallsoptimierte Lagerung, also vom Beginn des atomaren Brennstoffkreislaufs bis zum Ende, von Gronau über Ahaus und Duisburg bis Jülich sind sämtliche Aspekte in NRW vertreten.

In der Urananreicherungsanlage Gronau wird weiter strahlender Müll produziert, und dieser gefährliche Müll wird an mehreren Orten „zwischen“gelagert.

Duisburg – Ahaus

Im Sommer 2010 begannen die ersten Atomtransporte mit schwach- und mittelradioaktiven Abfall u. a aus der Atommüllkonditionierungsanlage Duisburg. Die Behälter werden per LKW angeliefert. Der Müll kommt aus dem Rückbau deutscher Atomanlagen. Insgesamt sollen bis 2017 bis zu 1300 Gebinde in Ahaus eingelagert werden.Geplant war, den Müll bis 2014 im Schacht Konrad unterirdisch wie in der Asse zu lagern. Inzwischen ist aber klar, dass Schacht Konrad frühestens 2019 in Betrieb geht, wahrscheinlich aber erst 2021 oder eher nie. Also bleibt der Müll erstmal in Ahaus …

mehr Infos: www.kein-castor-nach-ahaus.de

Jülich – Duisburg – Ahaus

Am 20. November tagte der Aufsichtsrat des Forschungszentrums Jülich zum letzten Mal in 2013. Ende diesen Jahres läuft die Einlagerungsgenehmigung für die 152 Westcastoren in Jülich bereits zum dritten Mal  aus! Eine Lösung für den Müll wurde nach rund 23 Jahren Lagerzeit aber immer noch nicht gefunden. Das NRW-Wirtschaftsministerium hat inzwischen mitteilt, es werde derzeit „vorsorglich“ eine weitere aufsichtliche Anordnung vorbereitet. Wie lange eine neue Anordnung befristet sein soll, könne aber derzeit noch nicht gesagt werden, da das Atomgesetz keine Mindest- oder Maximaldauer für Anordnungen vorsehe. Aber auch diese Anordnung wird befristet sein, und dann stellt sich wieder die Frage, wo denn die Westcastoren nun hinsollen.

Immer wieder wird davon gesprochen, dass der Atommüll in die USA solle. Wir  AtomkraftgegnerInnen schenken Politik, Forschungszentrum und der GNS als Betreiberin des Ahauser Atommülllagers jedoch wenig Glauben, dass die Westcastoren nicht nach Ahaus sollen. Von der rot-grünen Landesregierung gibt es zum Thema Westcastoren seit Wochen keine Wortmeldungen, egal ob zum Zwischenlagerneubau in Jülich, zum BZA Autobahnaktionstag2012Ahaus oder zum Transport der Westcastoren in die USA – auch nicht auf Nachfrage der Anti-Atomkraft-Initiativen. Wir vermuten, dass sowohl die rot-grüne Landesregierung als auch das Forschungszentrum und die Bundesregierung uns einreden wollen, es gäbe keine Alternative zu den Transporten nach Ahaus. Da wird dann von „Sachzwängen“, „rechtlichen Vorschriften“ und „Sicherheitsmaßnahmen“ die Rede sein. Dass die Halle in Ahaus kaum besser und sogar älter als die Jülicher ist, spielt offenbar keine Rolle.

Was hat das mit Duisburg zu tun? Ein Blick auf eine Landkarte verrät, dass die Transporte über die Autobahnen des Ruhrgebietes und damit auch durch Duisburger Stadtgebiet führen werden. Die Transporte bringen keinen Sicherheitsgewinn und stellen ein Risiko dar. Bereits 2012 haben wir beim gemeinsamen Autobahn-Aktionstag dagegen protestiert.