Atommüllverpackung in Duisburg beendet – keine Entwarnung für die Stadt

Das AntiAtom-Bündnis Niederrhein begrüßt das Ende der Atommüllverpackung in Wanheim, weist aber darauf hin, dass nach wie vor hochriskante Atomtransporte durch die Stadt geführt werden.

Bereits mehrfach in diesem Jahr wurden Transporte mit atomaren Abfällen aus der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau nach Russland transportiert. Der Schienentransport läuft über Duisburg. Der nächste Transport wird in den kommenden Tagen erwartet.

Das Ende der Konditionierung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen bei der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) in Duisburg stößt bei den Antiatom-Aktivist*innen auf Erleichterung. Seit Jahren wurde gegen die Anlage im Duisburger Süden protestiert. Besonders die Nähe zur Wohnbebauung in Wanheim, die Schienenverbindung von nur 2 Metern Abstand zu einem Kindergarten und die zahlreichen Transporte quer durch die Stadt waren aus Sicht der Aktivist*innen unverantwortlich. Die bereits im Jahr 2013 angekündigte Schließung der Anlage wurde von der Antiatom-Initiative konsequent im Auge behalten. Durch häufige Nachfragen an den Betreiber, die GNS, haben sich die Atomkraftgegner*innen ständig über den Stand der Dinge in Sachen Rückbau auf dem Laufenden gehalten. Seit dem 31. März ist diese Anlage nun Geschichte.

„Doch damit ist das Thema Atommülltransporte in Duisburg noch nicht erledigt“, so Michael Zerkübel vom AntiAtom-Bündnis Niederrhein und weist darauf hin, dass seit geraumer Zeit Transporte mit Uranmüll durch die Stadt geführt werden. „Dabei werden hunderte Tonnen strahlender Abfälle aus der Urananreicherung quer durch das Ruhrgebiet über die Rheinbrücke in Wanheimerort nach Rheinhausen und weiter über Mönchengladbach in die Niederlande bis zum Hafen Amsterdam transportiert. Von dort geht es per Frachtschiff nach Russland“ so Zerkübel weiter. Bei den letzten Transporten hat sich in Deutschland und Russland massiver Widerstand geformt. Ein für Ende März geplanter weiterer Transport wurde zunächst durch das Bundesinnenministerium untersagt. Nun soll dieser Transport am 6. oder 7. April stattfinden. Das Frachtschiff, welches den Uranmüll in Amsterdam an Bord nehmen soll, wurde von den Aktivist*innen bereits in der Scheldemündung gesichtet. „Der für den Transport verantwortliche Konzern URENCO setzt offenbar darauf, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ausgesprochenen Versammlungs- und damit auch Demonstrationsverbote auszunutzen, um diesen Transport möglichst ungestört durchführen zu können“, kritisiert Kerstin Ciesla, Vorsitzende der Kreisgruppe Duisburg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Mitglieder des AntiAtom-Bündnis Niederrhein sind sich einig: