Atommülltransporte

Die Abfälle für die GNS-Verpackungsanlage für schwach- und mittelradioaktive Abfälle stammen aus Atomanlagen in ganz Deutschland und werden in Duisburg für die „End“lagerung vorbereitet. Im Zuge des beschlossenen Atomausstiegs wird sich der Entsorgungsbedarf in den kommenden Jahrzehnten erhöhen.

Daran üben wir vielfältige Kritik. Im Genehmigungsverfahren wurde die Bevölkerung nicht beteiligt und auch auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung wurde verzichtet. Die erweiterte Betriebsgenehmigung lässt eine Erhöhung des Gesamtumschlags von radioaktivem Müll erwarten und infolge dessen eine erhöhte Transportaktivität quer durch dicht besiedeltes Gebiet.

Das Problem ist, dass es kein Endlager gibt. Die Lagerstätten für diese Art des Atommülls, „Asse“ und „Schacht Konrad“, haben mit immensen Schwierigkeiten durch unkontrollierten Wassereinbruch zu kämpfen – die Asse muss sogar mit Milliardenaufwand wieder geräumt werden. Also können die in Duisburg verpackten Materialien zunächst nur ins Zwischenlager nach Ahaus. Die Transportroute führt mitten durch den am dichtesten besiedelten Teil Deutschlands, das Ruhrgebiet.

Die zu erwartenden Transporte führen demnach nur zu einer Zwischenlösung, die über kurz oder lang weitere Transporte erforderlich macht. Aber jeder Atommülltransport stellt ein Risiko dar!. Bei verbrauchten Brennelementen ist man dazu übergegangen, diese in den Atomkraftwerken zu belassen, bis ein Endlager gefunden ist. Bei schwach- und mittelradioaktiven Abfällen hingegen finden zahlreiche Transporte statt. Hier wird ein Atommüllkarussell am Laufen gehalten, welches unsinnig, unnötig und riskant ist. Einzig die Betreiber der kerntechnischen Anlagen haben den Vorteil, dass sie einen „Entsorgungsnachweis“ erbringen können, zu dem Preis, dass Mensch und Umwelt atomaren Risiken ausgesetzt sind.