Infos zu den „Jülich-Castoren“

15.7.2014 Seit einigen Tagen kommt politischer Druck in die Diskussion um die 152 Jülich-Castoren, vollgepackt mit hochradioaktiven Brennelementen aus dem stillgelegten Versuchsreaktor.
Die Lagerung dieser Castoren ist seit Mitte 2013 nicht mehr durch Genehmigungen gedeckt, sondern lediglich geduldet. Die Betreiber in Jülich haben bislang ihre Verantwortung nicht wahrgenommen und alle Aufforderungen, sich um ihren Müll zu kümmern, ins Leere laufen lassen. Nun ist der Landesregierung der Kragen geplatzt. Sie verlangt, dass bis Ende September eine Idee auf den Tisch muss, wie mit diesen Castoren umgegangen werden soll.

Hintergrund hier ist ein neues Gutachten, demzufolge eine weitere Lagerung aufgrund von Erdbebengefahren nicht verantwortet, also auch nicht geduldet werden kann. (Treppenwitz dürfte dabei sein, dass der Betrieb des Versuchsreaktors und der ganzen Anlage seit knapp 60 Jahren trotz der selben Erdbebengefahren durchaus zu verantworten war …).

Jetzt bekommen zwei Optionen wieder Bedeutung: Sollen die Castoren nach Ahaus ins Zwischenlager? Oder sollen sie in die USA exportiert werden?

Zwischenlager in Ahaus

Ahaus Zwischenlager / CC 3.0

Die Ahaus-Option ist schwachsinnig, weil der Atommüll nicht endlagerfähig verpackt ist, also über kurz oder lang wieder woanders hin muss, um neu verpackt zu werden (Die Technik dafür befindet sich in Jülich …). Es käme damit mal wieder zu überflüssigen Transporten und die „Atommüll-Scheune“ in Ahaus ist auch nicht sicher. Außerdem laufen die Genehmigungen für Ahaus auch in nicht allzu ferner Zukunft aus.

Ein USA-Export ist illegal! Exportiert werden darf laut unseren Gesetze nur Atommüll, der zu Forschungszwecken produziert wurde. Der Jülich-Reaktor wird zwar als Forschungsreaktor bezeichnet, war aber Versuchsreaktor (!) für einen kommerziellem Betrieb und hat auch in geringem Umfang Strom für den Markt produziert. Damit ist der dort produzierte Müll kein Forschungsmüll, sondern kommerzieller Müll. Und der darf eben nicht ins Ausland geschafft werden.
Wir sind gespannt, was der Atomlobby hierzu einfällt.

Hochtemperaturreaktor AVR im Forschungszentrum Jülich

„Hochtemperaturreaktor AVR im Forschungszentrum Jülich“ / Maurice van Bruggen / CC 3.0

Unsere Option bleibt „Nichts rein, nichts raus!“ Der Müll soll also gefälligst da bleiben, wo er ist – zumindest bis es eine Lösung gibt, die den Namen auch verdient. Und wenn man nun die Erdbebengefahren endlich ernst nimmt, bedarf es eben einer erdbebensicheren Halle in Jülich. Die ist sowieso erforderlich, weil neben den Castoren dort ja auch noch ein havarierter Schrottreaktor herumsteht, der auch noch auf Jahrzehnte dort bleiben muss, damit er abklingen kann. Eine Zerlegung dieses Reaktors ist schätzungsweise erst in 70 bis 80 Jahren möglich. Da steht ohnehin ein Neubauvorhaben in Jülich an. Wenn für den Schrottreaktor eine erdbebensichere Halle zu bauen ist, dann kann man sie auch so groß bauen, dass die Castoren da auch noch rein passen.

Sollte es übrigens zu Transporten kommen, wird Duisburg sowohl bei der Ahaus-Option als auch bei der Export-Option unmittelbar betroffen sein. Duisburg ist mit seinen Rheinbrücken Verkehrsknotenpunkt. Das Zeug wird vor unserer Haustür vorbeikommen, zumal sich Hinweise ergeben haben, dass bei einer Export-Option in die USA eine Verladung auf Hochseeschiffe bei Brunsbüttel im Bereich des Möglichen sein wird. Dort wird „auf der grünen Wiese“ ein Verladeterminal ausgebaut. Einen sinnvollen Grund hierfür gibt es nicht, es sei denn man zieht eine Verladung der Jülich-Castoren dort in Betracht …

Es könnte für uns ein heißer Herbst werden!!! Wir halten Euch auf dem Laufenden!

Für das AntiAtom-Bündnis: Michael