Bau eines Lagers für ausgedienten Kernbrennstoff bei Tschernobyl

Die Vereinigung der Ukrainischen Grünen warnt vor Sicherheitsrisiken für Europa beim Bau eines Lagers für ausgedienten Kernbrennstoff bei Tschernobyl

Nach ihrer Ansicht gibt es zahlreiche Verstöße gegen internationale Regeln und Normen beim Bau der Anlage in Tschernobyl.

(Übernahme aus der Pressemitteilung vom 4. Juli )– Die Vereinigung der Ukrainischen Grünen sieht erhebliche Sicherheitsrisiken für ganz Europa im Zusammenhang mit dem im Bau befindlichen zentralen Zwischenlager für ausgedienten Kernbrennstoff in nur 70 km Entfernung zur  Landeshauptstadt Kiew.

Beim ersten Nuclear Energy Policy Forum am 30. Juni in Brüssel sagte die Vertreterin der Vereinigung, Anna Rak: „Wir sind tief besorgt über die Baupläne, ein Lager für ausgedienten Kernbrennstoff am Oberlauf des Dnjepr nahe an dicht besiedelten Orten zu errichten. Wir fordern zwingend eine offene und unvoreingenommene Risikobewertung unter aktiver Beteiligung der Zivilgesellschaft und unabhängiger internationaler Experten. Europa kann es sich nicht leisten, Politiker mit der nuklearen Sicherheit Schindluder treiben zu lassen.“

Die Warnung der Grünen erfolgt, nachdem der ukrainische Minister für Energiewirtschaft und Kohleindustrie Ihor Nassalyk bestätigt hat, dass die Regierung ein Darlehen über 260 Millionen US-Dollar zur Finanzierung des Projektes zugesichert hat.

Nach Ansicht der Vereinigung der Ukrainischen Grünen gibt es zahlreiche Verstöße gegen internationale Regeln und Normen beim Bau der Anlage in Tschernobyl. So ist die Entscheidung zur Errichtung der Anlage ohne eine ordnungsgemäße Umweltverträglichkeitsprüfung und ohne eine öffentliche Anhörung der Anwohner getroffen worden. Außerdem ist die Auswahl der Auftragnehmer für das Projekt weder transparent noch offen gewesen. Der Auftragnehmer Holtec International Inc. verfügt nicht über ausreichende Erfahrung und international erprobte Technik.

Die Vereinigung der Ukrainischen Grünen befürchtet, dass die Menschen in der Ukraine  wieder „Versuchskaninchen“ für ein unberechenbares und gefährliches Atomexperiment werden könnten.

Sie fordert, dass die ukrainischen Behörden dafür sorgen müssen, dass das Projekt bereits vor Baubeginn allen internationalen Regeln und Normen entspricht. Sie bestehen auf dem uneingeschränkten Recht der Bewohner von Kiew und der Region Kiew, alle notwendigen Informationen zu erhalten sowie an der Diskussion und Entscheidung über den Bau des zentralen Zwischenlagers für ausgedienten Kernbrennstoff in der Nähe ihrer Wohnorte teilzunehmen.

Die Vereinigung der Ukrainischen Grünen hat auch die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und internationale Umweltorganisationen aufgefordert, eigene unabhängige Umweltprüfungen des Projekts durchzuführen.

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