Blockaden des Uranmülltransports 18. November 2019

Ein sehr verregneter 18. November geht zu Ende – hier eine kurze Zusammenfassung des aktionsreichen Tages (Stand 22 Uhr). Wir haben heute eine der größten Anti-Atom-Protestaktionen in NRW seit mehreren Jahren gesehen, selbst in Russland berichten heute Abend schon Medien.

   1. Der Uranmüllzug verließ Gronau um 11.15 Uhr und wurde dann von 11.30 bis 19 Uhr von einer Kletteraktion zwischen Metelen und Burgsteinfurt gestoppt. Alle Aktiven dort sind nach Stunden im strömenden Regen über der Bahnstrecke heil wieder am Boden und daheim, eine davon war Eichhörnchen Cécile! Urencos Plan, Uranmüll heimlich und ohne Protest durch das Münsterland nach Russland zu exportieren hat, nicht funktioniert!

Auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen gibt es Fotos, Berichte und Rashid Alimov von Greenpeace Russland misst live die radioaktive Strahlung am Uranzug (zehnmal höher als die normale Hintergrundstrahlung, trotz Abstand zum Zug).

2. Eine zweite Blockade in Gronau wurde nachmittags aufgelöst (die taz berichtet sehr nett dazu). Dort gab es eine Soli-Aktion direkt vor Ort. So konnte der Uranzug weder vor noch zurück.

3. Die Mahnwachen in Gronau, Münster, Drensteinfurt, Hamm und Enschede waren trotz des schlechten Wetters gut besucht. Unsere russischen Freunde konnten viele Interviews geben, das lief sehr gut. Die Stimmung auf allen Mahnwachen war bestens.

4. Der Uranzug startete wieder um 19 Uhr, passierte Münster dann um 19.40 Uhr und erreichte Hamm um 20.15 Uhr. Dort findet das Umrangieren statt vor der Weiterfahrt durch das Ruhrgebiet nach Amsterdam zum Hafen.

5. Dank unermüdlicher BeobachterInnen ist es diesmal gelungen, den Fahrweg des Uranmüllzugs durch NRW und den Niederlanden aufzudecken:
Der Uranmüllzug erreichte nach dem siebeneinhalbstündigen Stopp vor der Abseilaktion zwischen Metelen und Burgsteinfurt erst um 19.40 Uhr Münster und um 20.15 Uhr Hamm. Dort stand der Zug die ganze Nacht bis um 5 Uhr im Güterbahnhof. Anschließend fuhr der Zug über Unna, Hagen, Wuppertal und Düsseldorf nach DU-Rheinhausen, wo er um 7.20 Uhr gesichtet wurde. Von dort ging es via Mönchengladbach und Viersen nach Venlo, wo er um 9.20 Uhr die Grenze passierte.
Die Weiterfahrt erfolgte über Eindhoven, Tilburg und Breda zum Güterbahnhof Zwijndrecht zwischen Dordrecht und Rotterdam, wo er gegen 13.20 Uhr eintraf.
Von dort kann der Zug nach Rotterdam und Amsterdam fahren, theoretisch aber auch noch nach Antwerpen rollen.

Nach jetzigem Stand war dies schon der neunte Zug in diesem Jahr – und Urenco möchte gerne einfach so weitermachen, das ist krass.

Aber jetzt sind wir dran und wer beim nächsten Transport dabei sein will, meldet euch und klinkt euch ein oder reicht die Infos an Bekannte in den oben aufgeführten Orten weiter.

Und hier noch eine kleine Bitte von SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster:

Proteste kosten leider Geld und Abseilaktionen bringen oft auch Strafverfahren mit sich sowie Materialschäden. Ohne solidarische Unterstützung von außen lässt sich das oft nicht so gut stemmen. Deshalb möchten wir euch heute Abend freundlichst um Spenden für die Proteste heute und in den kommenden Monaten bitten – internationale Zusammenarbeit ist wichtig, kostet aber auch Geld. Zusammen werden wir die Uranmüllexporte von Gronau nach Russland stoppen – für eure solidarische Unterstützung ganz herzlichen Dank im Voraus!!!

Spendenkonto:
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
IBAN DE49 8309 4495 0003 3619 18
Ethik Bank
Stichwort: Gronau

www.sofa-ms.de, www.urantransport.de

© alle Fotos: aaa-West

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