Genehmigte Proteste gegen Uranfabriken und AKW Lingen 2 zum 34. Tschernobyl-Jahrestag

Uranmüll und Urananreicherung werden trotz Atomausstieg weitergeführt(BBU-Pressemitteilung; Gronau, Lingen, Bonn, 25.05.2020) Mit Unterstützung des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) wird von Bürgerinitiativen im Großraum Münsterland / Emsland besonders die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerks Lingen 2 und der Uranfabriken in Gronau und Lingen gefordert.

Mit einer genehmigten Mahnwache wurde in der Innenstadt von Gronau (NRW) am Samstag (25. April) an die Atomkatastrophe vor 34 Jahren in Tschernobyl erinnert (26.4.1986). Gleichzeitig wurde mit der Aktion, an der sich 10 Personen beteiligten, vor den Gefahren der hiesigen Atomanlagen einschließlich der Gronauer Urananreicherungsanlage, sowie vor Atomtransporten, gewarnt. Die Beteiligten hielten 1,5 Meter Sicherheitsabstand voneinander, außerdem wurden Gesichtsmasken getragen.

In Lingen (Niedersachsen) finden direkt am Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe am Sonntag (26.4.2020) gleich zwei Mahnwachen statt. Sie beginnen um 16 Uhr sowie um 18 Uhr vor dem Alten Rathaus in Lingen. Die Organisatoren wollen an die immer noch erheblichen Radioaktivitäts-Probleme rund um Tschernobyl sowie an die zahlreichen
Störfälle in den Atomanlagen in Lingen erinnern.

Vor dem Hintergrund der Coronakrise wurden bundesweit viele Aktionen gegen Atomanlagen und Atomkraftwerke rund um den Tschernobyl-Jahrestag abgesagt. Einige finden aber so wie in Gronau und Lingen mit behördlichen Genehmigungen dennoch statt. Mehrere Bürgerinitiativen rufen auch dazu auf, ihren Protest gegen die Atomindustrie im Internet zu bekunden.

Anlässlich des 34. Jahrestages der Atomkatastrophe in Tschernobyl 1986 hat der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) generell seine Forderung nach der sofortigen Stilllegung aller Atomkraftwerke (AKW) und sonstiger Atomanlagen bekräftigt. Die Laufzeit einiger AKW noch bis Ende 2022 und der unbefristete Betrieb der
Uranfabriken in Gronau und Lingen ist für den Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen nicht hinnehmbar. International ist es für den Verband wichtig, dass sich Initiativen und Verbände weiterhin über Grenzen hinweg gegen Uranabbau, gegen die weitere Atommüllproduktion und für einen Atomausstieg in Verbindung mit einer umfassenden Energiewende einsetzen.

Udo Buchholz vom BBU-Vorstand betont: „34 Jahre nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl ist auch das Atommüllproblem weiterhin ungelöst. In der Bundesrepublik wie auch in allen anderen Staaten. Die Atommüllberge dürfen nicht weiter anwachsen!“

Der BBU erklärt, dass der Protest gegen die weitere Nutzung der Atomindustrie auch nach dem 34. Tschernobyl-Jahrestag unvermindert fortgesetzt wird.

Zur Unterstützung der Proteste gegen die Uranfabrik in Gronau, gegen ein geplantes Atommüllzentrum in Würgassen und gegen das Atomkraftwerk Neckarwestheim 2 weist der BBU auf Unterschriftenaktionen hin, die man hier findet:

http://www.openpetition.de/!KeinAtommuell

https://www.change.org/p/umweltministerium-baden-w%C3%BCrttemberg-akw-neckarwestheim-block-ii-abschalten-sofort

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