Infos zu Atomkraft und AKWs in Indien

Wie versprochen hier ein paar Infos zu Fim und Regisseur, ein bisschen Text und ein paar kommentierte Links:

Infos zur Anti-Atom-Bewegung in Indien:

Pradeep Indulkar reiste im September durch Deutschland – mit seinem Film über das Leben der Menschen in der Nähe der indischen Atomanalage Tarapur (4 AKWs und Wiederaufarbeitung) und Informationen zum Widerstand gegen die im westindischen Jaitapur von Areva geplanten Atomkraftwerke.

 Der Film:
High Power (Starkstrom) Indien, 2013, 27 min, Doku – Regie: Pradeep Indulkar – Original mit deutschen Untertiteln

Der Debütfilm Pradeep Indulkars, der als Ingenieur in der Atomforschung arbeitete, erzählt von den Folgen des Baus des ersten indischen Atomkraftwerks in den 1960er Jahren. Die lokale Bevölkerung verlor Land, Fischgründe und Gesundheit.

“Dunkelheit breitet sich aus in der Stadt, die Energie für das Land liefert, und diesmal scheint die Düsternis sich zu verfestigen. Tarapur Atomic Power Station, das erste Atomkraftwerk in Indien, wurde vor 40 Jahren mit viel Tamtam eingeweiht. Die großen Versprechungen aber, die damals der Stadt Tarapur, die dem Kraftwerk seinen Namen verliehen hat, gemacht wurden, haben sich nicht bewahrheitet. Was aber geschah tatsächlich in Tarapur in diesen 40 langen Jahren? Wir alle sollten darauf aufmerksam werden, bevor es zu spät ist. Vor dem Hintergrund einer neuerlichen falschen Verheißung eines Paradieses, wo die angeblich großen Taten für die Menschheit nur die Habgier einiger weniger bedienen, eröffnet uns dieser Film den Ausblick auf eine verborgene Welt, Bilder, die nie vorher gezeigt wurden, … ” (Pradeep Indulkar)

 

http://indien.antiatom.net/about/

Die indischen Regierung und die internationalen Atomindustrie forcieren den Ausbau der Atomkraft in Indien. An allen neuen AKW-Standorten in Indien leisten die Menschen massiven Widerstand. In der deutschen Anti-AKW-Bewegung ist davon wenig bekannt. Nachrichten auf diesem Blog sollen dazu beitragen, die indische Bewegung auch hier bekannt zu machen. Globale Solidarität ist durch lokales Handeln möglich.

http://www.blogs.ausgestrahlt.de/indienblog/

Julie und Anna, beide derzeit beruflich in Brüssel tätig und mit der Anti-Atom-Bewegung in Deutschland verbunden, waren von Anfang Juni bis Anfang Juli 2013 für einen Monat in Indien und haben für .ausgestrahlt im Reise-Blog von Ihren Erfahrungen und der Anti-Atom-Arbeit in Indien berichtet.

http://www.youtube.com/watch?v=yAj9uNzKm3M

Vom 23. bis 25. April 2011 gab es einen Protestmarsch verschiedener indischer Gruppen von Tarapur nach Jaitapur gegen den Bau und Betrieb des Atomkraftwerks Jaitapur. Die Reise wurde in Tarapur durch Verhaftungen und andere Einschüchterungsmethoden der Polizei unterbrochen. Doch die Protestierenden erreichten letztendlich am 25. April Mahad.

http://de.wikipedia.org/wiki/Areva#Indien

Infos zu Areva bzw. dem Bau von Jaitapur aus  Wikipedia: „Im indischen Jaitapur will der französische Konzern Areva mitten im Erdbebengebiet das weltgrößte AKW (Kernkraftwerk Jaitapur) bauen, Gegner des Projekts werden schikaniert und verfolgt. Im Hinterland von Jaitapur im Bundesstaat Maharashtra, innerhalb eines „Biodiversitätszentrums“, das zu den zehn wichtigsten der Welt zählt, sollen demnächst sechs 1.650-Megawatt-Reaktoren von Areva stehen. Die indische staatliche ‚Nuclear Power Corporation of India‘ (NPC) hat beschlossen, dass der französische Atomkonzern Areva in Jaitapur die größte Atomkraftanlage der Welt errichten soll. Dies wird die Umsiedlung und damit Entwurzelung von ca. 40.000 Menschen bedeuten, deren Lebensunterhalt auf den natürlichen Ressourcen und Produkten des Ökosystems beruht: Reis, Hirse, Linsen, Gemüse, Kräuter, Fische und Früchte. Die Regierung des Bundesstaats Maharashtra unterstützt das Projekt, Ministerpräsident Prithviraj Chavan sei bis vor kurzem als Staatsminister in der indischen Zentralregierung für Nukleartechnologie zuständig gewesen und sitze nach wie vor in der indischen Atomenergiekommission, die auch die politische Aufsichtsinstanz der NPC ist.

Am 27. Februar 2011 reiste Chavan nach Jaitapur, um auf einer öffentlichen Versammlung die Vorzüge des Projekts anzupreisen. Kurz nach Chavans Besuch habe die Polizei 22 Aktivisten verhaftet, denen verschiedene Straftaten – bis hin zu versuchtem Mord – angelastet würden. Le Monde diplomatique berichtet von friedlichen Protesten; die Festnahmen hätten allein den Zweck, die Aktivisten einzuschüchtern und durch langwierige juristische Prozeduren von ihrer regulären Arbeit abzuhalten. Die Zeitung berichtet weiterhin, dass mehr als 95 Prozent der Leute, deren Land die Regierung mit Hilfe des aus der Kolonialzeit stammenden Enteignungsgesetzes übernommen hat, die angebotene Entschädigung ablehnten. Von denen, die das Geld annahmen, wohnten die meisten nicht in der Gegend.

Jaitapur liegt in einer seismologisch kritischen Zone der Kategorie IV. Das bedeutet, dass hier Erdbeben bis Stärke 7 auf der Richterskala für möglich gehalten werden. „Allein in den letzten zwanzig Jahren wurde die Region von drei Erdbeben der Stärke 5 und darüber erschüttert“, schreibt Greenpeace. „1993 gab es hier ein Erdbeben der Stärke 6,3, bei dem etwa 9.000 Menschen ums Leben kamen. Und 2009 stürzte bei einem Erdbeben die Brücke vor Jaitapur ein. Diese Umstände wurden bei der Standortwahl überhaupt nicht berücksichtigt.“Die Times of India berichtet, dass in dem Gebiet um Jaitapur zwischen den Jahren 1985 und 2005 92 mal die Erde gebebt hat. Das stärkste Beben im Jahr 1993 erreichte demnach 6,2 auf der Richterskala.

Bei einer Demonstration gegen das geplante Kraftwerk wurde ein Demonstrant erschossen. Der Innenminister des Bundesstaats Maharashtra, R.R. Patil, sagte vor dem Regionalparlament, der Mann sei getötet worden, als 600 bis 700 Demonstranten eine örtliche Polizeiwache gestürmt hätten. Die Menge habe die Wache geplündert und Polizeifahrzeuge in Brand gesteckt. Da sie sich trotz Schüssen in die Luft nicht zerstreute, seien die Beamten gezwungen gewesen, mit scharfer Munition in die Menge zu feuern.“

weitere Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kernreaktoren_in_Indien

 

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/2226799/

Sendung bei dradio/Deutschlandfunk, 23.8.2013: Strahlende Zukunft: Wie Indien seinen Energiehunger mit Atomkraft stillen will. Von Leila Knüppel und Nicole Scherschun
„Indiens Wirtschaft boomt, der Energieverbrauch steigt und steigt. Den immer häufigeren Strom-Engpässen will das Land – das bisher überwiegend auf fossile Brennstoffe setzte – mit einem starken Ausbau der Kernenergie entgegentreten…“

 

http://www.spiegel.de/politik/ausland/kernenergie-in-suedasien-indien-und-pakistan-suchen-ihr-heil-in-atomkraft-a-750731.html

Artikel im Spiegel online, 14.3.2011: Kernenergie in Südasien: Indien und Pakistan suchen ihr Heil in Atomkraft. Von Hasnain Kazim, Islamabad
„Gebannt verfolgen die Menschen in Südasien die Ereignisse in Japans Atomkraftwerken – doch eine breite Anti-Atom-Bewegung wie in Deutschland kommt in Indien und Pakistan einfach nicht in Gang. Beide Länder leiden unter Energiemangel, sie setzen deshalb mit Macht auf den Bau neuer Reaktoren…“

 

http://www.monde-diplomatique.de/pm/.search?ik=1&mode=erw&tid=2009%2F10%2F09%2Fa0007&start=3&ListView=0&sort=3&tx=Atomkraft+Indien&qu=MONDE

Artikel in ‚Le Monde diplomatique‘ Nr. 9008 vom 9.10.2009, Seite 1, 6-7. Indien macht sich stark. von Olivier Zajec
„Vor kurzem lief das erste indische Atom-U-Boot vom Stapel, die indische Luftwaffe sucht ein Kampfflugzeug der vierten Generation. Neu-Delhi baut sein konventionelles Militärpotenzial zügig aus. Die ehemalige Führungsmacht der blockfreien Bewegung will sich heute als Großmacht etablieren – den Konkurrenten China fest im Blick…“

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