Kein Funkkontakt zu Flugzeug – AKWs geräumt – Bevölkerung NICHT informiert

Wegen fehlenden Funkkontakts zu einem Flugzeug im deutschen Luftraum sind heute Vormittag in Niedersachsen und Schleswig-Holstein mehrere Atomkraftwerke vorübergehend geräumt worden. Wie das Umweltministerium in Hannover mitteilte, war um 10.27 Uhr zunächst in Niedersachsen Voralarm ausgelöst worden, da die Verbindung zu einem Verkehrsflugzeug mit Kurs London abgebrochen war.

Daraufhin wurden die AKWs Grohnde, Lingen und Unterweser kurzzeitig evakuiert. Ein paar Minuten später wurden auch in Schleswig-Holstein die AKWs Brunsbüttel und Brokdorf bis auf die Notbesetzungen geräumt. Im AKW Krümmel mussten Mitarbeiter Schutzräume aufsuchen.

Schon die tschechische Flugsicherung hatte den Kontakt zu der Maschine eines indischen Flugunternehmens verloren und dies den Kollegen in Deutschland mitgeteilt, erklärte eine Sprecherin der deutschen Flugsicherung. Die Bundeswehr Kalkar ließ daraufhin eine sogenannte Alarmrotte aufsteigen: Zwei Militärflugzeuge, die in der Luft kontrollieren, ob sie eine Ursache für den Kontaktabbruch ausmachen können. Solche Funkausfälle passieren im Jahr über zehn Mal, heißt es von der Flugsicherung.

Nach rd. 20 Minuten konnte wieder eine Verbindung zu dem Flugzeug hergestellt werden, der sogenannte Renegade-Voralarm wurde daraufhin aufgehoben. (Renegade-Voralarm bedeutet, dass man von der Annahme ausgeht, dass möglicherweise ein Luftfahrzeug aus terroristischen oder anderen Motiven als Waffe verwendet werden könnte.) Die vorgesehenen Maßnahmen hätten „ordnungsgemäß funktioniert“.

Nun ja, zu den vorgesehenen Maßnahmen gehört aber anscheinend nicht, auch die Bevölkerung zu informieren – die bekommt das dann erst ein paar Stunden später mitgeteilt, wenn „die Gefahr vorbei“ ist … Notfallpläne gibt es nicht oder sie sind völlig veraltet.

Rund 30 Demonstrant*innen hatten anlässlich des Jahrestags der Atomkatastrophe von Fukushima die Einfahrten zum AKW Brokdorf blockiert. Bei Bekanntwerden der Evakuierungsmaßnahme löste die Polizei die Blockadeaktion vor den beiden Einfahrten auf. Nach Beendigung des Alarms wurde der Protest fortgesetzt. Durch den Alarm wurde mal wieder die bittere Notwendigkeit für lauten Protest und Wiederstand überdeutlich!

Aus der Presseerklärung  der Aktivist*innen: „Heute früh haben AktivistInnen von ContrAtom, Robin Wood und der BI Kiel gegen Atomanlagen die Schließung des Atomkraftwerks Brokdorf selbst in die Hand genommen und verhindern die Arbeiten zum Wiederanfahren des Reaktors“. Die Demonstrant*innen stellten Fässer auf, teils ketteten sie sich auch an die Fässer und an den Zaun des AKW-Geländes. Sie forderten die sofortige Schließung aller Atomanlagen weltweit.

Dem können wir uns nur anschließen!

Infos von der Website des NDR, den Lübecker Nachrichten und Robin Wood

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