Neue Sorgen um die Atomfabrik in Duisburg

Wie hieß es noch vor zwei Jahren, im Juni 2014???

Die Konditionierungsanlage der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) sollte bis 2017 im Duisburger Süden Atommüll verpacken, dann ihre Anlagen bis 2019 abbauen und damit aus Duisburg verschwinden. Schön! Dachten wir! Aber es handelte sich um Versprechungen der Betreiber und der Politiker. Wir waren und sind da immer skeptisch gewesen.

Und nun gibt’s eine neue Entwicklung, die uns mit Sorgen erfüllt.

Vor einiger Zeit wurden im Abfalllager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Gorleben – nicht zufällig ist auch dies eine Anlage der GNS – acht Atommüllfässer entdeckt, die vor sich hin rosten.

Diese acht Fässer gehören zu einer Charge von insgesamt 1307 Fässern, die schon einige Jahrzehnte durch die Republik irren. Die kamen ursprünglich aus dem Atomkraftwerk in Biblis, wurden dann in das sogenannte „Endlager“ in Morsleben gekippt. Dort mussten sie wieder rausgeholt werden und landeten in Gorleben.

Man kann im Moment nicht wirklich abschätzen, ob es nur acht Fässer sind, die da angerostet rumstehen, oder ob es nicht vielleicht doch wesentlich mehr sind. Dafür stehen diese Fässer in Gorleben viel zu dicht nebeneinander. Als erstes wird man dort einmal aufräumen und alle in Augenschen nehmen. Wer weiß, was da noch an bösen Überraschungen auftaucht.

Aber es ist inzwischen beschlossene Sache, dass diese 1307 Fässer aus Gorleben weg sollen und neu verpackt werden müssen – und zwar in Duisburg.
Es gibt inzwischen ganz offiziell einen Zeitfahrplan, der davon spricht, dass diese 1307 Fässer bis zum Jahr 2019 nach Duisburg geschafft werden. Dann beginnt der Konditionierungsprozess, der bekanntlich zwei bis vier Jahre dauert.

Wie war das gleich mit der Aussage „Bis 2017 wird konditioniert, dann wird zurückgebaut“???

Wenn das so kommt, wie jetzt im Gespräch ist, dann ist diese Aussage – mal wieder – nichts als heiße Luft. Es geht also munter weiter.

Und nicht zu vergessen: Damit einher gehen auch etliche Atommülltransporte. 1307 Fässer mit Atommüll sollen nach Duisburg gekarrt werden. Das sind schätzungsweise knapp 100 Transporte durch die Stadt. Und irgendwann sollten die Fässer dann auch wieder weg. Also ist auch mit den Transporten noch lange nicht Schluss.

Übrigens: Im Jahre 2014 gab es knapp 80 Transporte mit mehr als 1.000 Tonnen Atommüll durch Duisburg. Im Jahre 2015 waren es weit über 100 Transporte mit mehr als 600 Tonnen. In diesem Jahr geht es weiter und so wie es aussieht auch im Jahre 2017, 2018, 2019, 2020 …

Wann verschindet dieses Ding wirklich aus Duisburg?

Wir geben jedenfalls auch weiterhin keine Ruhe.

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