Neues zu den Gorleben-Fässern

Wir haben ja vor ein paar Wochen darauf hingewiesen, dass der Konditionierungsanlage der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) in Duisburg ein weiterer Atommüllnotstand droht. In Gorleben standen bis vor Kurzem 1307 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll herum.

Teilweatommuellfass3ise sind diese Fässer Ende der 70er Jahren mit radioaktiven Mischabfällen befüllt worden. Usprünglich wollte man diese Fässer in das Endlager Morsleben schaffen, aber dann gab’s eine Odyssee über Hanau nach Gorleben. Die Lagergenehmigung für Gorleben läuft im Jahre 2019 aus. Inzwischen sind diese Fässer wieder auf Reise geschickt worden – und zwar nach Duisburg. Dort sollen sie dann für das geplante Endlager „Schacht Konrad“ vorbereitet werden.
(Darüber, dass Schacht Konrad der letzte Strohhalm der GNS ist, haben wir schon an anderer Stelle ausführlich geschrieben. Nach derzeitiger Einschätzung wird dieses „End“lager wenn überhaupt, dann nur mit etlichen Jahren Verspätung in Betrieb gehen.)

Transporte laufen bereits

Die Transporte der Fässer von Gorleben nach Duisburg laufen bereits seit etwa einem Jahr. Es werden jedesmal 60 bis 80 Fässer transportiert. So weit wir wissen, sind inzwischen drei Transporte gelaufen. Dabei sind mehrfach Fässer mit Beschädigungen aufgefallen. Zunächst waren es acht Fässer mit Rostspuren.

Dies alles war Anlass, einmal bei der GNS nachzufragen. (Danke an Ulrich Scharfenort!). Die Antwort der GNS lautete: „Keine Sorge, wir werden an unserem Schließungsfahrplan festhalten und im Jahr 2017 mit dem Verpacken aufhören. Bis 2019 werden wir die Hallen besenrein verlassen.“ Im Übrigen habe man bereits begonnen, Teile der Anlage zu demontieren.

Das, was aus Gorleben weggeschafft werden soll und nicht bis 2017 in Duisburg umverpackt werden kann, soll dann nach Jülich transportiert werden. Dort hat die GNS eine weitere Anlage zum Umverpacken. So weit, so schlecht.

Es kommt noch dicker!

Die Zustände im Abfalllager Gorleben lassen es nicht zu, dass die Fässer, die dort noch rumstehen, mal in Augenschein genommen werden. Die stehen dicht an dicht undatommuellfass3 aufeinandergestapelt. Man weiß also nicht, wie die Fässer aussehen, die sich in diesem Pulk befinden. Das hat das niedersächsische Umweltministerium auf den Plan gerufen. Der Umweltminister hat angeordnet, dafür zu sorgen, dass man alle Fässer so aufstellt, dass sie inspiziert, d. h. GESEHEN werden können. Entweder räumt man sie so um, dass ein Mensch zwischen den Fassreihen durchgehen kann oder man räumt sie so um, dass man zumindest eine Kamera durchfahren kann.

Und was tut die GNS? Sie klagt gegen diese Auflage. Unglaublich. Die werben mit dem Slogan GNS – G ewissenhaft, N achhaltig, S icher und haben die Chuzpe, sich eine solche lästige Auflage mit Klagen vom Hals halten zu wollen. Da sollte der Slogan doch treffender umbenannt werden in GNS – G eizig, N ichtsnutzig, S elbstgefällig!

Am 15. August erreicht uns dann die nächste Hammernachricht. Bei der Vorbereitung des vierten Transportes ist ein weiteres Fass aufgetaucht – in noch desolaterem Zustand. Denn dieses ist nicht nur angerostet, sondern es finden sich „Spuren von auskristallisiertem Material“. Es geht also noch schlechter. Wie immer heißt es, dass alles in Ordnung sei. Eine Messung habe ergeben, dass keine Kontamination vorliegt.

Kann man glauben, muss man aber nicht.

Irritierend: Das Umweltministerium Niedersachsen als Aufsichtsbehörde hat angeordnet, dass das Fass nun am Konditionierungsstandort Duisburg vorerst nicht weiter verarbeitet werden darf. Vielmehr wolle man mit den in Duisburg vorhandenen Mess- und Inspektionseinrichtungen die Ursachen für die Befunde ermitteln.

Hier stellt sich doch die Frage, warum es zu heikel ist, das Fass in Duisburg zu öffnen und umzuverpacken, man aber trotzdem dieses Ding nach Duisburg schafft. Warum kann man die Ursachenforschung nicht in Gorleben durchführen?

Uns stehatommuellfass3en die Haare zu Berge, denn von den 1307 Fässern sind gerade mal ein paar Dutzend gesichtet und nach Duisburg geschafft worden. Der Rest steht – wie oben beschrieben – dicht an dicht gepackt in Gorleben herum und kein Mensch weiß, wie es um deren Zustand bestellt ist.

Was rollt da noch auf uns zu? Immerhin werden es voraussichtlich 15 Transporte.

Und damit es auch jetzt schon mal klar benannt ist: Die Fässer sollen nach der Neukonditionierung auf keinen Fall nach Gorleben zurück. Die Spazierfahrt geht weiter.

Wir bleiben am Ball!

Michael Zerkübel

Quellen:
www.umwelt.niedersachsen.de/ (Presssemitteilung)

www.bi-luechow-dannenberg.de/

wendland-net.de/post/gorleben-abfallfaesser-muessen-vor-abtransport-geprueft-werden

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