Offener Brief an den Duisburger OB Link

Sehr geehrter Hr. Link,
die Urenco plant am Montag den 06.04. einen weiteren Transport mit 600 t abgereichertem UF6 (Uranhexaflorid) von Gronau nach Amsterdam um von dort per Schiff nach Russland verbracht zu werden. Der letzte bekannte Uranmülltransport dieser Art hat über Duisburger Stadtgebiet stattgefunden.

Laut WDR Aussagen hat die Stadt Münster am Freitag in einem offenen Brief an die Urenco die Absage des Transports aufgrund der aktuellen Corona Pandemie gefordert. Siehe auch: https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/urantransport-muenster-corona-100.html

Ich hatte am Freitag gegen 13:20 Uhr versucht Ihr Dezernat telefonisch zu erreichen, um von der Stadtverwaltung eine Positionierung zu den geplanten Transporten zu erhalten und mit der Bitte sich der Postion der Stadt Münster anzuschließen. Urenco stellt durch den Transport im Falle eines Unfalls die örtlichen Notfalldienste und Krankenhäuser vor eine zusätzliche und unkalkulierbare Herausforderung. Die Folgen muss dann auch nicht etwa Urenco bekämpfen, sondern die Notfalldienste hier in Duisburg. Daher erschließt sich uns nicht, dass in Zeiten einer Pandemie ein Hochrisikotransport mit einem toxischen Gas zugelassen wird, das im Falles eine Unfalls die Lunge angreift und somit im schlimmsten Fall weitere Beatmungskapazitäten notwendig macht. Es handelt sich hierbei nicht um einen in Krisenzeiten notwendigen Transport!

Fr. Dressler hatte mir bei meinem Anruf versichert, dass Sie die Fragestellung und Bitte an die beteiligten Ansprechpartner*innen weiterleitet und dass sich jemand per Telefon oder E-Mail bei mir zurück melden würde. Dies ist bisher nicht erfolgt.

Ich möchte daher nochmals an Sie appellieren, sich als Stadt gegen den geplanten Transport auszusprechen und sich auf Landes- und ggf. Bundesebene um eine Untersagung dieses Transports während der Pandemie einzusetzen.

Diese E-Mail wird parallel auch an die Duisburger Medien weitergegeben.

Mit der Bitte um Reaktion auf diese Anfrage des BUND verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Kerstin Ciesla


BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.
Kreisgruppe Duisburg
Kerstin Ciesla
Vorsitzende

Dieser Beitrag wurde unter Anti-AKW-Bewegung, Atomtransporte abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.