Ostermarsch in Gronau und Jülich wird verschoben

  • Demo-Aufruf jetzt als Online-Petition gestartet
  • „Urananreicherung beenden – Atomwaffen ächten“

(Gronau/Jülich, 31. März 2020) Der diesjährige Ostermarsch an der
Urananreicherungsanlage Gronau und an der Uran-Zentrifugenfirma ETC in
Jülich wird wegen der Corona-Krise verschoben. Der Aufruf zum
Ostermarsch wird nun als Online-Petition unter dem Motto
„Urananreicherung beenden – Atomwaffen ächten“ im Internet gestartet, um
von der Bundesregierung und der NRW-Landesregierung einen Ausstieg aus
der zivil wie militärisch brisanten Urananreicherung zu erreichen. Das
vereinbarten die Aktionsbündnisse Münsterland gegen Atomlagen sowie Stop
Westcastor aus Jülich. Unterstützt wird die Petition zu Beginn der
Kampagne von mehr als 20 Initiativen und Verbänden, darunter das AntiAtom-Bündnis Niederrhein, der BBU, die IPPNW und der BUND NRW.

Die Petition findet sich auf der Plattform „Open Petition“:
http://www.openpetition.de/!cfbxn

„Natürlich passen auch wir uns in Corona-Zeiten mit unseren
Protestformen an. Deshalb haben wir die Online-Petition gestartet, um
möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich auch ohne
Versammlung im Freien politisch gegen die Gefahren der Atomenergie zu
äußern,“ erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis Stop Westcastor
Jülich sowie Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt Gronau.

Seit einigen Jahren laufen zwischen der Gronauer Urananreicherungsfirma
Urenco, der Jülicher Uran-Zentrifugenfirma ETC sowie der
Bundesregierung, der niederländischen Regierung und der britischen
Regierung auf der einen Seite sowie dem US-Verteidigungsministerium und
dem US-Energieministerium konkrete Gespräche. Dabei geht es um den
möglichen Bau von militärisch verwendbaren Kleinreaktoren, die mit
eigens von Urenco angereichertem Uran für spezielle Brennelemente
bestückt werden sollen. Das wäre der konkrete Einstieg des
Urenco-Konzerns in die militärische Nutzung der Urananreicherung.
Bislang galt jedoch als Vorgabe, dass die Urananreicherung in
Deutschland und Westeuropa nur friedlichen Zwecken zu dienen habe.

In der Gronauer Urananreicherungsanlage wird Natururan für den späteren
Einsatz in Atomkraftwerken angereichert. Der Urenco-Konzern, an dem u.
a. RWE und E.ON beteiligt sind, hat für die Uranfabrik in Gronau eine
unbefristete Betriebsgenehmigung. Mit Uran aus Gronau werden
Atomkraftwerke in Belgien, Frankreich, den USA, der Ukraine und in Kürze
sogar in den Vereinigten Arabischen Emiraten betrieben. Die
Urananreicherung in Gronau erfolgt mit dem Uran-Zentrifugenverfahren,
das grundsätzlich auch zur Produktion von Uran für Atomwaffen geeignet
ist. Auch das iranische und pakistanische Atomprogramm basieren auf
dieser Zentrifugentechnik.

In Jülich ist die Enrichment Technology Company (ETC) ansässig, ein
Tochterunternehmen des Urenco-Konzerns und des französischen
Atomkonzerns Orano. Die ETC erforscht und entwickelt Zentrifugen für
Urananreicherungsanlagen und baut sie auch.

Angesichts der zunehmenden kriegerischen Konflikte fordern die
Initiatoren der Online-Petition von der Bundesregierung und der
NRW-Landesregierung den Stopp der Uranreicherung und der
Zentrifugenforschung sowie sämtlicher Uranexporte. Zudem setzen sie sich
für ein sofortiges Ende des internationalen Wettrüstens ein sowie für
den Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag, der von der
Friedensnobelpreis-Organisation ICAN initiiert wurde.

„In konfliktreichen Zeiten wie diesen muss die Bundesregierung mit gutem
Beispiel vorangehen und einen eigenen Beitrag zum Abrüsten leisten. Dazu
gehören die Beendigung der Urananreicherung in Deutschland, das
sofortige Ende der derzeitigen Planungen für eine militärische
Urananreicherungs-Kooperation mit den USA sowie der Abzug der
US-Atomwaffen vom Luftwaffenstützpunkt Büchel. Lippenbekenntnisse zur
Abrüstung reichen nicht, die Bundesregierung ist mittlerweile selbst
Bestandteil der internationalen Aufrüstungsspirale,“ erklärte Dr.
Angelika Claussen, Europa-Vorsitzende der Ärzteorganisation IPPNW.

Weitere Infos:

www.sofa-ms.de, www.westcastor.org, www.bbu-online.de, www.ippnw.de,
www.urantransport.de, https://ostermarsch-gronau.de

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