Antiatom-Bündnis Niederrhein hält 48 Stunden Mahnwache in Duisburg Wanheim ab

Das Antiatom-Bündnis Niederrhein hält ab Montag, den 12.03.2012 ab 11.00 Uhr eine 48-stündige Mahnwache in Duisburg-Wanheim auf der Atroper Strasse, Ecke Ehinger Straße ab.

 „Anlass sind die Vorbereitungen für Transporte von schwach- und mittelradioaktivem Atommüll per Zug ins Zwischenlager Ahaus. Die bisherige Praxis, Atommüll per LKW u. a. von der GNS (Gesellschaft für Nuklearservice) in Duisburg-Wanheim nach Ahaus zu verbringen, soll nun durch Transporte auf der Schiene ergänzt werden. Um die für diese Transporte nötige Genehmigung der Aufsichtsbehörden zu erwirken, ist vorher ein sogenannter Probetransport erforderlich, der in der 11. Kalenderwoche, also ab Montag, den 12.03. stattfinden soll“, teilt Michael Zerkübel von den freischaffenden atomkraftgegnerInnen moers mit.

Auslöser für die Rund-um-die-Uhr-Mahnwache war eine Randnotiz am 25.02.12 in der Ausgabe der Münsterlandzeitung in Ahaus, die über den geplanten Probetransport berichtet hat.

Kerstin Ciesla, BUND Duisburg: „Diese Mahnwache ist offiziell bei der Polizei angemeldet und genehmigt und dient der Beobachtung der Strecke wie auch der öffentliche Mahnung. Wir zeigen hiermit, dass wir nicht schlafen, sondern hellwach sind – selbstverständlich auch in den Nachtstunden, und auch jede noch so kleine Randmitteilung bekommen wir mit.“

Das AntiAtom-Bündnis Niederrhein will mit der Mahnwache auf die Bedeutung der GNS hinweisen und die Bevölkerung über die unsinnigen und riskanten Atommülltransporte informieren. Diese Transporte führen in Duisburg zwingend durch dicht besiedeltes Gebiet, weil die GNS ihrerseits mitten in der Stadt und in unmittelbarer Nähe zu einem Wohngebiet liegt. Besonders bedenklich erscheint dem Antiatom-Bündnis Niederrhein, dass die Schienenstrecke im Abstand von nur wenigen Metern an einem Kindergarten vorbeiführt.

Schwach- und mittelradioaktiver Müll aus Atomkraftwerken wird derzeit aus allen Bundesländern nach NRW „abgeschoben“. Duisburg mit der Konditionierungsanlage der GNS ist hierbei ein wichtiges Bindeglied. Aufgrund des Atomausstiegs ist zu befürchten, dass in Zukunft weitaus mehr zu konditionieren ist und sich die Kapazitäten oder Durchlaufzeiten bei der GNS erhöhen werden. Das AntiAtom-Bündnis Niederrhein verweist in diesem Zusammenhang auch auf den im Juni 2010 von der NRW Landesregierung verabschiedeten rot-grünen Koalitionsvertrag, welcher explizit zur GNS in Wanheim bereits festgehalten hat:

Die Landesregierung wird prüfen, inwieweit Genehmigungen für die Urananreicherungsanlage Gronau und für die Konditionierungsanlage GNS in Duisburg als Teil der atomaren Brennstoffkette zurückgenommen oder eingeschränkt werden können. … Eine mögliche Erweiterung beider Anlagen wird abgelehnt.“

„Wir sehen nicht, dass die NRW Landesregierung in den letzten 21 Monaten an Einschränkungen der Genehmigung oder gar Rücknahme der Genehmigung gearbeitet hätte. Unsere Intention ist natürlich nicht nur die Verhinderung von Erweiterungen der GNS, sondern, die Stilllegung der GNS. Atommüll muss dort bleiben wo er angefallen ist, bis eine Lagerung möglich wird. Wir fordern daher die Landesregierung auf, nach fast 2 Jahren doch endlich das Thema wirklich in Angriff zu nehmen und alle rechtlichen Mittel zur Stilllegung auszuschöpfen.“, teilt Kerstin Ciesla, Vorsitzende des BUND Duisburg mit.

„Die Probetransporte per Zug zeigen eindeutig auf, dass die Frage der Endlagerung von Atommüll keinesfalls gelöst, sondern lediglich vertagt ist. Angesichts der bekanntermaßen langen Halbwertszeiten von radioaktiven Materialen geschieht dies auf Kosten zukünftiger Generationen und ist damit vollkommen unverantwortlich. Es ist nicht einmal eine nachhaltige Zwischenlagerung gewährleistet, geschweige denn eine Endlagerung. Die anstehenden Atommülltransporte sind nichts anderes als ein Verschieben und Abschieben von Atommüll und stellen damit eine Pseudoentsorgung dar!“, stellt Michael Zerkübel dar.

 Das AntiAtom-Bündnis Niederrhein fordert daher den sofortigen Stopp aller Atommülltransporte und die Stilllegung der Atomtechnischen Anlage in Duisburg-Wanheim.

Alle interessierten Mitmenschen sind eingeladen, die Mahnwache zu jeder Tages- oder Nachtzeit zu besuchen, sich zu informieren oder sich aktiv einzubringen.