Atommüll verlässt AKW Krümmel – 3 Waggons am 06.05.2013 auf dem Weg nach Duisburg

Das AntiAtom-Bündnis Niederrhein weist darauf hin, dass derzeit erneut Atommüll nach Duisburg geliefert wird. Seit dem 6. Mai werden drei Frachtcontainer per Bahn vom Atomkraftwerk Krümmel zur Duisburger Konditionierungsanlage geschafft.

Wie einer Mitteilung der Lübecker Nachrichten vom 06. Mai 2013 zu entnehmen ist, wurden drei Frachtcontainer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll aus dem Atomkraftwerk Krümmel auf den Weg nach Duisburg gebracht. Für diesen Atommüll gibt es im dortigen Atomkraftwerk keine Lagerkapazität. In der Duisburger Anlage der Gesellschaft für Nuklear Service (GNS), die sich mitten in einem Wohngebiet befindet, können diese Materialien bis zu vier Jahre verbleiben. Hierzu Michael Zerkübel von AntiAtom-Bündnis Niederrhein: „Die Entsorgung von radioaktiven Abfällen geschieht vollkommen konzeptionslos. Es gibt für Atommüll kein Endlager. Stattdessen bedient man sich ständig irgendwelcher Zwischenlösungen. Die Begründung, dass im Atomkraftwerk Krümmel kein Platz mehr ist und man nach einer Möglichkeit suchen muss, den Müll irgendwie los zu werden, ist da schon sehr entlarvend. Duisburg muss einmal mehr als Quasi-Zwischenlager herhalten.“ Geplant ist, dass zukünftig schwach- und mittelradioaktive Abfälle in das dafür vorgesehene Endlager „Schacht Konrad“ bei Salzgitter eingelagert werden. Dieses Endlager hat schon in der jetzigen Vorbereitungs-phase mit massiven Problemen durch eindringendes Wasser zu kämpfen, sodass die grundsätzliche Eignung von Fachleuten bezweifelt wird. Zerkübel weiter: „Ob dieses Endlager überhaupt und dann wie geplant Ende des Jahrzehnts in Betrieb gehen kann, ist mehr als zweifelhaft. Derzeit gehen optimistische Schätzungen davon aus, dass dies frühestens in 8 oder 10 Jahren der Fall ist. Was dies für den Atommüll in Duisburg bedeutet, weiß heute kein Mensch.“

Ferner steht zu befürchten, dass die Anlieger der Transportstrecken einer erhöhten Strahlen-belastung ausgesetzt werden. Hierzu Kerstin Ciesla vom BUND: „Die ungelöste Endlagerfrage führt zu einem stetigen Atommüll-Tourismus. Die Transporte in die Konditionierungsanlage in Duisburg gehen dabei immer durch dicht besiedeltes Gebiet. Die Bahnstrecke, über die jetzt der Atommüll aus Krümmel transportiert wird, geht z. B. in unmittelbarer Nähe der Wohnbebauung und am Kinder-garten auf der Friemersheimer Straße vorbei. Die Ratlosigkeit der Verantwortlichen in der Atomindustrie und der Politik geht einmal mehr auf Kosten der Gesundheit der Bürger, die oft ahnungslos sind.“

Das AntiAtom-Bündnis Niederrhein fordert seit langem die Schließung dieser Anlage und die Beendigung der Transporte von Atommüll durch Duisburg.