Autobahnaktionstag Ahaus – Duisburg – Jülich

Duisburger Bevölkerung wird eingeladen, sich an der Aktion um 12:00 Uhr in DU-Wanheim zu beteiligen

Atommülltransporte rollen nicht nur nach Gorleben. In 2012 sollen 152 Castor-Behälter mit LKWs über die NRW-Autobahnen vom Atom-Forschungszentrum Jülich bei Aachen ins Atommülllager Ahaus im Münsterland gebracht werden. Aktuell sind 26 große Castor-Konvois geplant! Dagegen protestieren wir mit dem Autobahnaktionstag.

In Jülich und Ahaus stehen lediglich Leichtbauhallen, die sich kaum voneinander unterscheiden. Sie sind beispielsweise beide nicht gegen Flugzeugabstürze gesichert. Zudem sind die Transportbehälter (Castoren) für die verbrauchten Brennelemente aus Jülich teilweise in einem kritischen Zustand. Bei diesen gab es in der Vergangenheit meldepflichtige Vorfälle. Ein Transport bringt also keinen Sicherheitsgewinn, sondern stellt ein zusätzliches Risiko dar!

Auch die geplante Endlagerung im Schacht Konrad ist nicht akzeptabel, da dort wie auch aktuell in der Asse gravierende Probleme mit Grundwasser bestehen. Weltweit gibt es überhaupt kein Endlager, das hochradioaktive Abfälle für eine Million Jahre sicher von der Biosphäre abschließt. Fazit: Die Transporte bringen keinen Sicherheitsgewinn und stellen ein Risiko dar. Die Frage der Endlagerung ist nach wie vor ungelöst. Die geplanten Transporte kommen einer Verschiebung gleich und täuschen nur vor, dass der Atommüll entsorgt wird.

Die regelmäßigen schwach- und mittelradioaktiven Atommülltransporte von Jülich und Duisburg nach Ahaus müssen sofort gestoppt werden.

Wir wehren uns gegen diesen Atommülltourismus! Wir werden es nicht akzeptieren, dass weiterhin gefährlicher Müll produziert und anschließend durch die Gegend gekarrt wird. Atommülllagerung darf nicht zum Hütchenspiel werden. Die Bundesregierung und das Forschungszentrum Jülich wollten diese sinnlosen Transporte unbedingt. Von der Landesregierung NRW sind zwar kritische Äußerungen zu vernehmen, ein entsprechend konsequentes Handeln indes lässt noch auf sich warten. Die massiven Intervention der Antiatombewegung zeigen bei der Bundesregierung zwar inzwischen erste Wirkungen, aber noch sind die geplanten Castor-Transporte keineswegs vom Tisch. Daher setzen wir unser entschiedenes Handeln fort! Druck von der Bevölkerung kann eine Menge bewirken.

Da rollt was auf uns zu …

Auto-Konvois aus Ahaus und Bonn machen sich am 25.02.2012 in Richtung Jülich, mit einem Zwischenstopp in Duisburg auf, um auf die Transporte auf den NRW-Autobahnen aufmerksam zu machen.

Die Antiatombewegung aus NRW ruft alle Duisburger und Duisburgerinnen auf, den Konvoi in Duisburg-Wanheim um 12:00 Uhr an der Richard-Seiffert-Straße, Ecke Ehinger Straße gebührend in Empfang zu nehmen. Mit bunten Aktionen und Kundgebungen wird der Zwischenstopp in Duisburg für eine Stunde begleitet. Bereits um elf Uhr beginnt eine Fahrraddemo am Life-Saver-Brunnen, die durch die Duisburger Innenstadt ebenfalls zur GNS führt. Selbstverständlich können sich weitere Atom-Transport-GegnerInnen dem Konvoi zur Abschlusskundgebung in Jülich anschließen.

Warum gerät Duisburg ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit?

Die Firma „Gesellschaft für Nuklearservice“ (GNS) betreibt in Duisburg-Wanheim, also mitten in der Stadt und in unmittelbarer Nähe zu einem Wohngebiet, eine sogenannte Konditionierungsanlage. Die GNS hat eine Genehmigung für 3300 Tonnen schwach- und mittelradioaktiven Müll, der aus der gesamten Republik hergebracht, gelagert und verarbeitet wird und zu kontinuierlichen Transporten von Duisburg nach Ahaus zur Zwischenlagerung führt. Die Atommüll-Konditionierungsanlage in Duisburg-Wanheim muss stillgelegt werden. 3300 Tonnen Atommüll mitten in der Stadt sind nicht akzeptabel. Die hiermit verbundenen zahlreichen Atommülltransporte quer durch Deutschland und quer durch Duisburg halten den sinnlosen Atommülltourismus in Gang, ohne dass damit die Frage der Endlagerung geklärt wäre. Diese Augenwischerei ist dabei im Interesse der vier großen Betreiber von Atomkraftwerken, denn an der GNS beteiligt sind E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall.