Transport mit hochradioaktiven Brennelementen seit dem 21. Mai 2013

Seit dem 21. Mai rollt ein Transport mit hochradioaktiven Brennelementen über die Autobahnen der Region. Ziel ist das norddeutsche Atomkraftwerk Brokdorf. Die Verantwortlichen in den Städten und Gemeinden entlang der Transportstrecke wurden hierüber weitestgehend im Unklaren gelassen.

Bestätigt ist bislang, dass der Transport die Region Aachen passiert hat. Ob die strahlende Fracht von dort aus inzwischen weitertransportiert wurde, ist bislang nicht bekannt. Die wahrscheinlichste Transportroute ist nun die Achse Moers-Duisburg-Oberhausen-Münster-Bremen-Hamburg. Bei dem transportierten Material handelt es sich um mehr als 200 kg Plutonium, welches in Form sogenannter Mischoxid-Brennelemente vom belgischen Atomkomplex Dessel zum Atomkraftwerk Brokdorf per LKW befördert wird.

Hierzu Kerstin Ciesla vom BUND Duisburg: „Der letzte Transport von Atommüll nach Duisburg ist erst wenige Tage her und schon rollt die nächste hochgefährliche Fracht durch die Region. Nur wenige Millionstel Gramm Plutonium verursachen Krebs. Plutonium ist wie viele Schwermetalle hochgiftig. Wenige Milligramm sind für den Menschen tödlich. Unsere Region ist der Gefährdung durch Atomtransporte jetzt fast täglich ausgesetzt. Wir halten das für unverantwortlich und fordern einen generellen Transport-Stopp.“

Über den Zeitpunkt und die genaue Transportroute herrschte bis zum letzten Moment Stillschweigen. Auch ein Sprecher der Polizei Aachen wollte keine Auskünfte über die weitere Transportführung machen. Dies sei aus Gründen der Sicherheit Verschlusssache. Als gesichert muss angesehen werden, dass der Transport durch die Metropolregion Rhein-Ruhr mit mehreren Millionen Einwohnern führt.

Michael Zerkübel vom AntiAtom-Bündnis Niederrhein: „Wenn solche Transporte als Verschlusssache gehandelt werden, wird sich keine Zivilschutzorganisation auf eventuelle Unfälle vorbereiten können. Erst vor wenigen Wochen ist die Stadt Hamburg nur knapp einer Katastrophe entgangen, als ein mit radioaktiven Materialien beladener Frachter im Hafen in Brand geriet. Auch dieser Transport war Verschlusssache. Hamburgs Feuerwehr war nicht in der Lage, angemessen auf den Brand zu reagieren. Nur dem mutigen Einsatz einiger Feuerwehrbeamter, die ihr eigenes Leben riskiert haben, ist es zu verdanken, dass es nicht zur Katastrophe gekommen ist. Es ist geradezu zynisch, dass man mit Hinweis auf die Sicherheit den Zivilschutz außen vor lässt.“

Die AtomkraftgegnerInnen fordern neben dem Abschalten der kerntechnischen Anlagen bereits seit langem den Stopp von Transporten der radioaktiven Materialien.