Scharfe Kritik an Laufzeitverlängerung für belgische Atomreaktoren

BBU-Pressemitteilung vom 03.06.2016

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat die angekündigte Laufzeitverlängerung für die belgischen Atomreaktoren Doel 1 und 2 scharf kritisiert. Von der Bundesregierung, aber auch von den rot-grün-regierten Landesregierungen von NRW und von Niedersachsen, verlangt der BBU, dass alle erdenklichen Schritte unternommen werden, die zur Stilllegung aller Atomkraftwerke in Belgien führen. Konkret fordert der BBU in diesem Zusammenhang auch die sofortige Stilllegung der Uranfabriken in Gronau (NRW) und Lingen (Niedersachsen). Udo Buchholz vom Vorstand des BBU betont, dass mit der Stilllegung dieser Uranfabriken „von den Verantwortlichen in der Bundesrepublik ein klares und effektives Signal ausgehen würde. Nur mit Worten lassen sich Atomkatastrophen nicht verhindern!“

Die Mehrheit des belgischen Parlaments hat beschlossen, dass die Reaktoren Doel 1 und 2 noch bis 2025 laufen dürfen. Medienberichten zufolge ist damit die Laufzeitverlängerung grundsätzlich beschlossen, es sollen aber weitere formale Schritte erforderlich sein. „Hier müssen Bundesumweltministerin Hendricks sowie die Landesregierungen in Düsseldorf und Hannover pedantisch genau prüfen, welche Einflussmöglichkeiten gegeben sind. Die sofortige Stilllegung der Uranfabriken in Gronau und Lingen sind jedoch auf jeden Fall dringend notwendig, damit nicht länger AKW in aller Welt mit Nuklearmaterial aus NRW und aus Niedersachsen betrieben werden“, betont Udo Buchholz.

Die Anti-Atomkraft-Bewegung kritisiert schon lange, dass mit angereichertem Uran aus Gronau und mit Nuklear-Brennstäben aus Lingen ohne jegliche Laufzeitbegrenzungen Atomkraftwerke im In- und Ausland betrieben werden. Und auch für belgische Reaktoren wurden die Urananreicherungsanlage der Urenco in Gronau bzw. die Brennelementefabrik der Areva in Lingen als Absender für Nuklearmaterial enttarnt.

Beim Betrieb der Uranfabriken in Gronau und Lingen fällt in großen Mengen Atommüll an und in Gronau soll vermutlich noch in diesem Jahr eine Lagerhalle für 60.000 Tonnen Uranmüll in Betrieb gehen. „Wenn diese Anlagen stillgelegt werden, wird das Atommüllproblem eingedämmt und gleichzeitig wird die Versorgung von Atomkraftwerken ausgebremst. Sofortiges Handeln der Politik in Berlin, Hannover und Düsseldorf ist gefordert“, so Udo Buchholz.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben Anti-Atomkraft-Initiativen, die IIPNW, der BBU und andere Organisationen auch in diesem Jahr schon wiederholt in Gronau und Lingen demonstriert. Weitere Aktionen sind bereits in der Vorbereitung. Und schon am Sonntag (5. Juni) treffen sich wie an jedem ersten Sonntag Mitglieder mehrer
Anti-Atomkraft-Initiativen um 14 Uhr zum Sonntagsspaziergang an der Gronauer Urananreicherungsanlage.

40 Jahre BI Umweltschutz Hamm

Die Anti-Atomkraft-Bewegung fordert grundsätzlich die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke und aller Atomanlagen. Gleichzeitig wird betont, dass auch stillgelegte AKW und Atomanlagen mit massiven Gefahren und Problemen verbunden sind. Das wird auch bei dem Thorium-Hoch-Temperatur-Reaktor (THTR) in Hamm-Uentrop deutlich, der bereits stillgelegt wurde. Mit den Gefahren des THTR befasst sich seit Jahrzehnten die Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm, die in diesem Jahr 40 Jahre alt geworden ist. Am Samstag (4. Juni) begeht die Bürgerinitiative ihren Geburtstag mit einer Radtour zum THTR. Treffpunkt ist um 12 Uhr am Bahnhof in Hamm. Um 14 Uhr soll dann am THTR eine Stelltafel installiert werden. Weitere Informationen dazu unter http://www.reaktorpleite.de.

Der BBU gratuliert der Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm zu ihrem 40. Geburtstag und wünscht ihr weiterhin viel Kraft und (Sonnen)Energie für die weiteren Aufgaben. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm ist bundesweit eine der ältesten Anti-Atomkraft-Initiativen und gehört auch schon seit 1977 dem BBU an.

Engagement unterstützen

Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen, Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Weitere Umweltgruppen, Aktionsbündnisse und engagierte Privatpersonen sind aufgerufen, dem BBU beizutreten um die themenübergreifende Vernetzung der Umweltschutzbewegung zu verstärken. Der BBU engagiert sich u. a. für menschen- und umweltfreundliche
Verkehrskonzepte, für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen die gefährliche CO2-Endlagerung, gegen Fracking und für umweltfreundliche Energiequellen.

Zur Finanzierung seines vielfältigen Engagements bittet der BBU um Spenden aus den Reihen der Bevölkerung. Spendenkonto: BBU, Sparkasse Bonn, IBAN: DE62370501980019002666, SWIFT-BIC: COLSDE33.

Informationen über den BBU und seine Aktivitäten gibt es im Internet unter
http://bbu-online.de

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