Staatssekretär Knitsch: „Kein Castor-Transport in nächsten 2 – 3 Jahren“

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen /
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ e.V.

Pressemitteilung, 24.01.2017

Jülich/Ahaus:
Westcastor-Resolution an NRW-Umweltministerium überreicht
Staatssekretär Knitsch: „Kein Castor-Transport in nächsten 2 – 3 Jahren“

Zumindest in den nächsten 2 – 3 Jahren werde es keine Castor-Transporte aus
Jülich nach Ahaus geben. Das jedenfalls ist die Einschätzung von Staatssekretär
Peter Knitsch aus dem NRW-Umweltministerium. Vorgetragen wurde sie am
Montagabend (23.01.) bei einem Gespräch in Düsseldorf mit einer Delegation des
Aktionsbündnisses Münsterland gegen Atomanlagen. Knitsch begründete seine
Erwartung damit, dass durch die notwendige Anwendung neuer
Sicherheitsrichtlinien zum Schutz von Atomtransporten vor Terrorangriffen
umfangreiche Maßnahmen erforderlich seien, die längere Zeit in Anspruch nehmen
würden.

Bei dem Gespräch wurde dem Staatssekretär durch Hartmut Liebermann von der
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ die „Westcastor-Resolution“
übergeben. Darin fordern 88 Verbände und Initiativen, die 152 Castor-Behälter
im maroden Zwischenlager Jülich nicht nach Ahaus oder in die USA zu
transportieren, sondern endlich ein neues, möglichst sicheres Zwischenlager in
Jülich zu bauen.

Mit der Übergabe wollten die Atomkraftgegner auf die Verantwortung und
Handlungsspielräume der NRW-Landesregierung hinweisen. Das NRW-Umweltministerium entsendet in der Person von Peter Knitsch genau wie das
NRW-Wissenschaftsministerium einen Staatssekretär in die Aufsichtsräte des
Forschungszentrums Jülich (FZJ) und die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für
Nuklearanlagen (JEN). In der Westcastor-Resolution kritisieren die
Atomkraftgegner besonders, dass sich das Forschungszentrum Jülich als
Verursacher des Atommülls um seine Verantwortung drückt und den von ihm
verursachten hochproblematischen Atommüll allein aus Imagegründen
schnellstmöglich loswerden will.

„Von der NRW-Landesregierung und ihren Aufsichtsratsmitgliedern erwarten wir
endlich eine Initiative zum Neubau eines möglichst sicheren Zwischenlagers in
Jülich und damit verbunden ein klares Veto gegen die unsinnigen und
offensichtlich hoch gefährlichen Castor-Transportpläne“ so Hartmut Liebermann
von der BI-Ahaus. „Noch ist von der Umsetzung des NRW-Koalitionsvertrages, der
Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus ausschließt, nichts zu sehen!“

Staatssekretär Knitsch beteuerte, sich für einen Neubau in Jülich einzusetzen,
jedoch gebe es im Aufsichtsrat von JEN, in dem auch Bundesministerien (Finanzen,
Bildung und Forschung) vertreten seien, unterschiedliche Sichtweisen auf das
Problem.

Gemeinsam mit dem Bündnis gegen Castor-Exporte, mit dem die
Westcastor-Resolution erarbeitet wurde, wollen die Münsterländer Atomkraftgegner
am Ball bleiben: Auch die anderen Zuständigen sollen weiterhin mit dem
Atommüllproblem in Jülich konfrontiert werden.

Für Rückfragen und weitere Informationen:
www.bi-ahaus.de

Dieser Beitrag wurde unter Atommüll, Atomtransporte abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.