Atomanlagen + Atomwaffen. Zwei dunkle Seiten derselben Medaille.

Der BBU und die DFG-VK NRW laden gemeinsam für den 16. November 2013 von 14.00 – 19.00 Uhr zu einer Tagung in Duisburg ein. Thema: Atomanlagen + Atomwaffen. Zwei dunkle Seiten derselben Medaille. Gemeinsame Wege gegen nukleare Bedrohung.  Tagungsort: Internationales Zentrum Duisburg, Flachsmarkt 15, 47051 Duisburg.

Logo-Tagung-16-11-2013Themen und Referenten u. a.: Kazuhiko Kobayashi (Tokyo): Der Zusammenhang zwischen Atomwaffen und Atomkraftwerken aus japanischer Sicht; Günter Wippel (Freiburg), AG uranium-network.org: Uranabbau aus Sicht der Menschenrechts- und Umweltbewegung, Regina Hagen (Darmstadt), Kampagne “atomwaffenfrei.jetzt”: Keine Modernisierung – Atomwaffen bei uns und weltweit abschaffen!;  Michael Zerkübel (Moers), AntiAtom-Bündnis Niederrhein: (Noch) Kein Atomausstieg in NRW. Widerstand gegen Atomanlagen und Atomtransporte zwischen Rhein und Weser; Hannelore Tölke (Dortmund), DFG-VK NRW: Gegen Kriegsbeteiligung und Rüstung: Mahnwachen, Ostermärsche und Blockaden der Friedensbewegung in NRW.

Die sogenannte zivile und die militärische Nutzung der Atomkraft sind eng miteinander verbunden und stellen die beiden dunklen Seiten derselben Medaille dar. Bei der Veranstaltung am 16. November 2013 in Duisburg soll der Zusammenhang dieser beiden Bedrohungen thematisiert und aktuelle gemeinsame Aktionsansätze der Anti-Atomkraft-Bewegung und der Anti-Atomwaffen-Bewegung diskutiert und weiterentwickelt werden. Dazu sind engagierte und interessierte Menschen aus Friedens- und Anti-Atomkraft-Initiativen, aus Menschenrechtsorganisationen und Umweltverbänden, aus kirchlichen und entwicklungspolitischen Zusammenhängen, aus Gewerkschaften usw. eingeladen.

Hiroshima, Nagasaki, Tschernobyl und Fukushima: Diese Ortsnamen stehen für Katastrophen, die durch die Anwendung von Atomwaffen bzw. durch die Unfälle in Atomkraftwerken hervorgerufen wurden. In der Bundesrepublik Deutschland existierte in den 70er und 80er Jahren eine starke Bewegung sowohl gegen Atomkraftwerke und Atomanlagen als auch gegen Atomwaffen. In Nordhorn/Lingen kam es 1980 zu einer ersten gemeinsamen Demonstration, die von DFG-VK und BBU veranstaltet wurde. Sie richtete sich speziell gegen den Bombenabwurfplatz Nordhorn-Range und das benachbarte emsländische Atomzentrum in Lingen. Inzwischen sind viele Atomwaffen aus Deutschland und Europa abgezogen worden, nach Fukushima legte sich auch die Bundesregierung auf einen „Atomausstieg“ fest. Doch nach wie vor existieren weltweit fast 20.000 Atomwaffen, einige auch in Deutschland (Büchel, Rheinland-Pfalz), in Belgien (Kleine Brogel) und in den Niederlanden (Volkel). Diese B-61 Atombomben sollen in nächster Zeit mit enormen Kosten modernisiert werden, genau wie auch andere Atomwaffen in verschiedenen Staaten. Auch die Energiewende ist längst noch nicht abschließend vollzogen, noch immer laufen Atomkraftwerke und die Urananreicherung wird gerade in NRW (in Gronau) ohne Laufzeitbegrenzung fortgesetzt. Hochgefährliche Atomtransporte gefährden zudem auch die Teile der Bevölkerung, die nicht im Nahbereich von Atomanlagen wohnen und auch geheime Waffen- und Munitionstransporte bergen Gefahren.

Grundlegend soll sich zudem mit dem Uranabbau befasst werden. Uran wird oftmals in Gebieten mit indigener Bevölkerung abgebaut. Uran wird zur Herstellung von Atomwaffen und von Uranmunition genutzt und Uran ist der Stoff, der für den Betrieb von Atomanlagen und Atomkraftwerken benötigt wird. Und letztlich landet Uran als Atommüll z. B. bei der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) in Duisburg. Gründe genug, an die gemeinsamen Erfahrungen der 80er Jahre anzuknüpfen, die Jahre danach zu reflektieren aber vor allem die aktuelle Situation nach der Bundestagswahl zu diskutieren und den untrennbaren Zusammenhang zwischen ziviler und militärischer Nutzung der Atomkraft nachzuvollziehen. Darauf aufbauend sollen politische Ansätze und Aktionserfahrungen ausgetauscht und nach Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit gefragt werden

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